Eine Salzburgerin fand auf ihrer Terrasse in Salzburg-Langwied ein verletztes Tier und wollte ihm helfen. Noch Tage später ärgert sich die Frau über Exekutive und Jäger, die ihr zu Hilfe kamen ...
Maria R. (Name der Red. bekannt) traute ihren Augen nicht. Verstört und regungslos lag Montag in der Früh ein Rehkitz auf der Terrasse ihres Hauses in Salzburg-Langwied. Das Tier war vom angrenzenden Heuberg mehrere Meter abgestürzt und auf der Terrasse gelandet.
Auf die Frage, ob das verletzte Tier getötet wird, hat der Jäger nur kurz und knapp geantwortet: Was glauben Sie denn sonst?
Maria R. fand das verletzte Reh
„Äußerlich fehlte dem Reh nichts, irgendetwas passte aber nicht“, sagt die Finderin. Sie verständigte die Feuerwehr, die wiederum den Jäger verständigte. Doch es passierte nichts. Die Tierliebhaberin nahm das leidende Reh in einer Decke auf und brachte es zum Tierarzt. Der untersuchte das Reh, gab eine Spritze und musste feststellen, dass es wohl innerliche Verletzungen hatte. R. verständigte nun auch die Polizei, da von der Feuerwehr keine Nachricht mehr bei ihr eingelangt war.
„Was hätte ich anders tun sollen?“
Kurz nach Mittag kamen Exekutive und der zuständige Jäger. Die Sorge um das Kitz wurde bei R. größer. Der Waidmann packte das Reh samt Decke. „Er ließ es aber gleich wieder fallen, es schlug mit dem Kopf auf“, so die besorgte Dame. „Ich habe gefragt, ob es jetzt getötet wird, er hat nur gesagt: Na, was glauben sie denn?“. Laut R. drohte ihr die Polizisten wegen Entwendung des Tiers gar mit rechtlichen Konsequenzen.
„Was hätte ich anders tun sollen?“, sagt die Salzburgerin. „Auch ein Reh hat sich ein würdiges Ende verdient.“ Jäger und Exekutive betonen auf Nachfrage, dass sie nichts falsch gemacht hätten. Frau R. drohe auch kein juristisches Nachspiel. Einzig: Die Jägerschaft bittet, hinkünftig sofort Jäger oder Polizei zu verständigen. Und: Verletzte Wildtiere sollen Finder ausnahmslos liegen lassen.
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