Die EU fordert am Mühlbach in Lofer eine Aufstiegshilfe für Fische: Die Treppe muss schon bis 2027 fertig sein. Die Zukunft des Gerinnes mit abgeleitetem Wasser und damit der Betrieb von drei Kleinkraftwerken ist ungewiss. Das Dilemma: Die Maßnahme könnte schlussendlich umsonst sein, weil gerade ein neuer Hochwasserschutz geplant wird.
Der Mühlbach in Lofer ist ein Ausleitungsgerinne. Schon seit dem 14. Jahrhundert wird Wasser vom Loferbach abgezweigt. Mehrere Betriebe wurden so gespeist. Heute hängen noch zwei Wasserkleinkraftwerke dran. Der Generator beim Mühlpointhof steht bereits still.
Die Wasserrechte stehen zur Diskussion, denn laut EU-Auflage muss im Bereich der kleinen Sohlstufe beim Schwimmbad eine Fischtreppe eingebaut werden. Und das schon bald. „Es muss bis spätestens 2027 fertig sein“, erklärt der Loferer Bürgermeister Norbert Meindl (ÖVP).
Was ihn daran stört: Zeitgleich ist ein Hochwasserschutzprojekt in Ausarbeitung. Die geforderte Investition könnte dadurch schon bald umsonst sein. Die drei Kraftwerksbetreiber sollen Lösungen einbringen. Wie diese ausschauen könnten, ist noch völlig unklar. Sie wollen in Zeiten eindringlicher Forderungen nach erneuerbarer Energie das Wasser nicht ungenutzt vorbeifließen lassen. Der künstlich angelegte Bach ist im Brandfall auch eine wichtige Quelle für Löschwasser in Lofer. Sollte sich keine Lösung ergeben, kann künftig kein Wasser mehr abgezweigt werden.
„Bei uns geht es um eine kleine Dimension. Wir haben eine Höchstleistung von 20 Kilowattstunden“, so Hansi Hinterseer über seinen Kraftwerksbetrieb mit langer Tradition. Die Behörde macht trotzdem keine Ausnahme. Beim Mühlpointhof wurde früher überhaupt ein Mühlrad angetrieben. Seit einigen Jahren gibt es keine Genehmigung mehr. Ein neuer Antrag ist nur mit gewährleisteter Durchgängigkeit für Fische – hauptsächlich kommen Forellen vor – möglich.
Franz Anker von der Wildbachverbauung im Pinzgau: „Wir haben hier ein Fristenproblem.“ So viel kann er zu den Planungen, die noch in einer frühen Phase sind, schon sagen: Die Sohlstufe beim Mühlbach ist auch im Hochwasserfall ein Risiko und muss umgeplant werden.
Das Land will nun vermitteln. Landesrat Maximilian Aigner (ÖVP) auf „Krone“-Anfrage: „Es braucht eine praxisnahe Betrachtung. Ökologische Verbesserungen und Schutzmaßnahmen müssen klug verbunden werden.“
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