


Die Steiermark ist blau eingefärbt: Die FPÖ holt bei der Nationalratswahl nicht weniger als 32,5 Prozent der Stimmen, die ÖVP kommt nur noch auf 27 Prozent. Dramatisch die Lage der SPÖ, sie stürzt auf 18,5 Prozent ab. Die Neos überholen in der Steiermark die Grünen, die KPÖ schafft den Einzug ins Parlament nicht.
Kurz nach 20.30 Uhr lag auch das Graz-Ergebnis vor, nun gibt es ein vorläufiges Endergebnis für die Steiermark vor: Es gibt einen fulminanten Wahlsieg für die FPÖ. Sie erhielt nicht weniger als 32,5 Prozent der Stimmen in der Grünen Mark! Die ÖVP ist mit gerade einmal 27 Prozent deutlich distanziert. Der SPÖ erlebt hingegen einen historischen Absturz, sie kommt nur noch auf 18,5 Prozent!
Die Grünen verlieren auch deutlich und landen bei sieben Prozent, damit werden sie von den Neos (acht Prozent) überholt. Die Bier-Partei bleibt bei unter zwei Prozent, die KPÖ holt immerhin drei Prozent. Der erträumte Einzug ins Parlament ist für die Kommunisten nicht eingetreten.
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Versteinerte Mienen bei ÖVP und Grünen
Die Stimmung in den steirischen Parteizentralen entsprach den Ergebnissen. Jubel gab es bei der FPÖ,. Versteinerte Mienen waren bei der Hochrechnung hingegen in der ÖVP-Parteizentrale am Karmeliterplatz zu sehen, auch die Stimmung bei den Grünen war eher schaumgebremst.
Grabesstimmung herrschte um 17 Uhr in der Parteizentrale der steirischen SPÖ. Tapfer stellten sich der steirische Spitzenkandidat Jörg Leichtfried und die Landesrätinnen Doris Kampus und Ursula Lackner der bitteren Realität. Hinter vorgehaltener Hand geben manche Roten zu, dass man mit dem desaströsen Ergebnis gerechnet habe, es sei gar keine allzu große Überraschung.



Pinke Luftballons und Fahnen wiesen in der Grazer Bürgergasse schon von Weitem den Weg zur Neos-Wahlparty. Nach der Hochrechnung blickte man dort in viele zufriedene Gesichter. „Das Ergebnis ist ein toller Rückenwind für die steirische Wahl in zwei Monaten“, nickte Landessprecher Niko Swatek. „Wir konnten die steirischen Mandate im Nationalrat verdoppeln, gehören in der Steiermark also sicher zu den Wahlsiegern.“ In Schladming, Hart und St. Radegund sei man nun zweistellig.
KPÖ mit Ergebnis zufrieden
Der insgeheim erhoffte Einzug ins Parlament ist sich für die Kommunisten zwar nicht ausgegangen, dennoch war die Stimmung im Volkshaus keineswegs am Boden. „In erster Linie freuen wir uns über die Zugewinne. Wir haben unsere Stimmen im Vergleich zur letzten Wahl immerhin verdreifacht“, sieht es etwa Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler. Auch Spitzenkandidat Hanno Wisiak freut sich über ein „beachtliches Ergebnis, das uns jedenfalls eine gute Ausgangsbasis für die anstehende Landtagswahl gibt“.
Landtagswahl folgt Ende November
Nur acht Wochen nach der Nationalratswahl wird in der Steiermark ein neuer Landtag gewählt. Das Ergebnis der Nationalratswahl könnte ein Gradmesser für diesen Urnengang sein, sehen Umfragen doch auch auf Landesebene die FPÖ auf Platz 1. Das starke blaue Ergebnis am Sonntag bedeutet Rückenwind für die Blauen.

ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler muss ähnlich wie Bundeskanzler Karl Nehammer kämpfen – das starke freiheitliche Ergebnis heute wird Drexler sicher zu denken geben: Er rief prompt einen Zweikampf mit der FPÖ auf Landesebene aus. Damit sieht er SPÖ-Chef Anton Lang nicht mehr als Gegner: Dieser muss eine bittere Niederlage verdauen, auch wenn er nicht im Team von Andreas Babler war. Einfluss auf den steirischen Wahlkampf werden auch die anstehenden Regierungsverhandlungen in Wien haben.
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