2019 waren einem Landwirt in Roitham seine rund hundert Straußenvögel abgenommen worden. Nun, fünf Jahre später, muss er nach einem Prozesskrieg für die Kosten aufkommen: Immerhin 12.600 Euro.
„Aggressiver Strauß in OÖ von Polizei erschossen“, „72-Jähriger von Vogel Strauß schwer verletzt“ oder „Aggressiver Strauß: Mutter und zwei Kinder in Roitham attackiert“ – jahrelang sorgte ein inzwischen 86-jähriger Landwirt mit seiner Straußenzucht in Roitham für Ärger und Aufsehen. Besonders, weil seine bis zu 140 Kilo schweren Riesenvögel gerne auf der nahen Westautobahn herumsausten und Autofahrer erschreckten. Obwohl dem Straußenbauer das Halten der Tiere längst verboten worden war, machte er weiter. Bis im Jahr 2019 die BH Gmunden die ersten 51 von 100 Straußen von einer Spezialfirma einfangen und abholen ließ.
Was den Tieren gar nicht gut tat:
38 der gefiederten Flitzer verendeten hitzebedingt beim Abtransport. Der Bauer sollte für die Kosten von 12.640 Euro aufkommen, weigerte sich aber und zog durch alle Instanzen, wie die „Presse“ berichtet.
Zuerst bestätigte der Verwaltungsgerichtshof 2023 in letzter Instanz, dass die Strauße – sie waren ihm nach und nach abgenommen worden – für verfallen zu erklären waren, also nicht mehr dem Züchter gehörten. Das Verwaltungsgericht OÖ wies eine Beschwerde des bizarren Bauern gegen die Kostenvorschreibung ab – und zuletzt blitzte er auch erneut beim Verwaltungsgericht in Wien ab.
Ich war selbst einmal vor einigen Jahren bei dem Straußenzüchter in Roitham. Ein unvergessliches Erlebnis, denn seine riesigen Vögel liefen frei am Hof herum – und ganz ehrlich, ich hab mich richtig gefürchtet: Die Tiere waren keine Sympathieträger.
Jahrelang war ihr Besitzer den Behörden auf der Nase herumgetanzt, hatte trotz Aufforderung, seine Vögel nicht mehr zu halten, quasi den Kopf in den Sand gesteckt. Doch letztlich half ihm seine Vogel-Strauß-Politik nichts – der mittlerweile 86-Jährige muss nun auch finanziell Federn lassen. Denn die Bürokratie hat einen langen Atem – und vergisst nichts.
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