Die Wiener – und nicht nur die – haben sich an hohe Stromabrechnungen ja beinahe schon gewöhnt. Aber in einem Wohnhaus in Wien-Margareten haben sich die Kosten von 2022 auf 2023 fast verfünffacht. Aufgeflogen ist das aber nur durch Zufall.
Rätselraten bei den Mietern in einem Wohnhaus in der Johannagasse in Margareten. Die Betriebskosten für Strom und Beleuchtung haben sich im Vorjahr plötzlich verfünffacht und sind damit noch einmal deutlich stärker als üblich gestiegen. Diese Kostenexplosion blieb lange unbemerkt. Nur durch Zufall wurde Bewohner R. auf diesen Umstand aufmerksam.
„Bin ein neugieriger Mensch“
R.: „Angefangen hat es mit einem Brief der Hausverwaltung. Darin wurde die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach angekündigt. Mit der produzierten Energie sollten Strom- und Beleuchtungskosten des Hauses abgedeckt werden. Als neugieriger Mensch hat mich natürlich interessiert, was wir uns als Hausgemeinschaft so potenziell ersparen könnten. Also hab ich mir die Abrechnung genauer angesehen.“
Für das Jahr 2023 belief sich der Betrag auf 13.889 Euro – aufgeteilt auf alle Bewohner. R.: „Anfangs hab ich mich über die potenziellen Einsparungen natürlich gefreut. Das hätte eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro pro Haushalt pro Jahr bedeutet.“
Wofür eigentlich das Geld?
Auf der anderen Seite machte den Margaretner aber der doch recht hohe Betrag auch stutzig. Knapp 14.000 Euro pro Jahr nur für die Gangbeleuchtung? R.: „Im Haus wurde die Beleuchtung erst vor wenigen Monaten auf energiesparende LED umgestellt. Energieintensive Neuanschaffungen gab es ebenfalls keine.“ Dem investigativen Mieter schwante Böses. Ein Blick in die Abrechnungen der Vorjahre brachte dann die schmerzliche Erleuchtung. R.: „Zwischen 2020 und 2022 beliefen sich die Stromkosten fürs gesamte Haus zwischen 2600 und 2900 Euro. Im Vorjahr dann auf einmal die Verfünffachung. Wie kann das sein?“
Für Kopfkratzen sorgt zudem der Umstand, dass viele andere Posten auf der Abrechnung nur marginal gestiegen sind – die Kosten für Wasser und Abwasser sind sogar deutlich gesunken. „Es ist einfach unerklärlich und steht in keiner Relation.“
Kosten erst zeitverzögert weiterverrechnet?
Die „Krone“ hat daher bei der Wien Energie nachgefragt. Dort heißte es: „Ohne Zustimmung unseres Vertragspartners, in dem Fall Eigentümer bzw. Hausverwaltung, können wir keine Details zu Energielieferverträgen bekanntgeben. Bekannterweise sind aber 2022 im Zuge der Energiekrise europaweit die Strompreise gestiegen.“ Zudem wird betont, dass die Weiterverrechnung der allgemeinen Kosten eines Gebäudes an die einzelnen Parteien der Gebäudeeigentümer bzw. die Hausverwaltungen verantwortet. „Dabei kann es natürlich vorkommen, dass Kosten erst zeitverzögert weiterverrechnet werden.“ Es zeigt sich aber auch, dass sich ein Blick auf die Betriebskostenabrechnung eventuell lohnen kann ...
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