Angriffe häufen sich

Generelles Messerverbot in Deutschland gefordert

Außenpolitik
13.08.2024 08:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Angesichts der Zunahme von Messerangriffen will Deutschlands Innenministerin Nancy Faeser das Waffenrecht verschärfen. Doch den Polizeigewerkschaften sind die Vorschläge aus Berlin noch nicht ausreichend, sie fordern ein generelles Messerverbot.

Im neuen Waffenrecht werde sie „den Umgang mit Messern im öffentlichen Raum weiter einschränken“, kündigte Faeser in der „Bild am Sonntag“ an. In der Öffentlichkeit sollen Messer demnach nur noch bis zu einer Klingenlänge von sechs Zentimetern statt bisher zwölf Zentimetern mitgeführt werden dürfen. Für gefährliche Springmesser soll es ein generelles Umgangsverbot geben.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD)
Innenministerin Nancy Faeser (SPD)(Bild: APA/AFP/Michal Cizek)

Polizei: „In Deutschland muss sich niemand bewaffnen“
Für die Polizei ist das aber nur ein „erster Schritt“. „Aber wir sollten weitergehen. In Deutschland muss sich niemand bewaffnen“, betonte Heiko Teggatz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, gegenüber dem Blatt.

In der Ampel-Koalition herrscht kein Einvernehmen über das Vorhaben. Vor allem aus den Reihen der FDP kommt Kritik. Für sie handelt es sich um „Symbolpolitik“. Viel wichtiger wäre, bestehendes Recht besser umzusetzen und Verbote stärker zu kontrollieren.

Kritik an „Schaufensterpolitik“
In eine ähnliche Richtung geht auch die Kritik des Deutschen Jagdverbands. Geschäftsführer Olaf Niestroj bezeichnete Faesers Pläne als „Schaufensterpolitik“. „Es ist völlig unklar, wie und von wem ihre neuen Vorschläge kontrolliert werden sollen. Schon das Verbot des Führens von Schreckschusspistolen ist so gescheitert – es hält sich einfach niemand daran“, sagte er dem „Tagesspiegel“. „Zudem wird die Lebensrealität von Hunderttausenden Jägerinnen und Jägern in Deutschland ignoriert. Wir arbeiten mit teils deutlich längeren Messern, um einem jahrhundertealten Beruf nachzugehen“, sagte er. Es seien sinnvolle und umsetzbare Lösungen nötig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Außenpolitik
13.08.2024 08:15
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt