Dass die Wildcard im alpinen Ski-Weltcup ausgerechnet vor der Comeback-Saison von Allzeit-Größe Marcel Hirscher eingeführt wurde, hat in den vergangenen Tagen viel Staub aufgewirbelt. Nun hat sich ÖSV-Geschäftsführer Christian Scherer zu Wort gemeldet und tobt.
„Das Verhalten der FIS kommt einem absoluten Affront gegenüber den Mitgliederverbänden gleich“, wird Scherer vom Schweizer „Blick“ zitiert. Es sei bedauerlich, dass der Weltverband aus Vorkommnissen der jüngeren Vergangenheit - Stichwort Fluorverbot – nichts lerne und die Fachgremien nicht entsprechend involviere. Man sei nicht gegen eine Wildcard, sondern gegen die Art und Weise, wie sie eingeführt wurde – den Start von Hirscher im Weltcup begrüße man, präzisierte Scherer am Mittwoch.
„Die derzeitigen Diskussionen hätte man sich allesamt sparen können, wenn man einem koordinierten Prozess gefolgt wäre und die Stakeholder abgeholt hätte“, ärgert sich Scherer. Zuletzt hatten mehrere Aktive die Einführung der Wildcard heftig kritisiert.
„Wildcard nicht nur für Hirscher da“
FIS-Renndirektor Markus Waldner verneinte hingegen, dass die Regel extra für Hirscher gemacht worden sei. „Die Wildcard ist nicht nur für Hirscher da. Heute mag das so sein, aber morgen ist es ein anderer“, sagte der Südtiroler.
Die Initiative sei zudem von den Athletensprechern im Alpin-Bereich ausgegangen, betonte Waldner. „Die Athletensprecher Leif Kristian Nestvold-Haugen und Verena Stuffer sind nach dem Frühjahrs-Meeting zu mir gekommen und haben den Vorschlag mit der Wildcard gemacht. Das wurde einen Monat später beim Council-Meeting in Island diskutiert und beschlossen“, erklärte er und fügte hinzu: „Da wird wieder gestichelt. Aber das war mangelnde Kommunikation, dabei wurde es beschlossen.“
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