Baby im AKH Wien

Verdacht gegen Eltern nicht erhärtet – Amt will helfen

Österreich
22.01.2013 12:13
Das Wiener Jugendamt will sich intensiv um eine Jungfamilie mit zwei Monate alten Zwillingen kümmern, nachdem eines der Babys mit Schädelbruch und Gehirnblutung ins AKH gebracht worden war. Der zunächst aufgetauchte Misshandlungsverdacht hat sich nicht bestätigt. "Laut dem Leiter der Kinderklinik gibt es derzeit keinen Hinweis auf Kindesmisshandlung", sagte AKH-Sprecherin Karin Fehringer am Dienstag.

Die 19 und 22 Jahre alten Eltern hatten das verletzte Baby - wie berichtet - in die Notaufnahme gebracht. Gegenüber der Polizei verwickelten sie sich zunächst in Widersprüche. Schließlich gaben sie an, der Mutter sei der Säugling in der Wohnung in Meidling aus dem Arm gerutscht, während sie beide Babys gehalten habe.

Die Polizei hatte bereits am Montag betont, es gebe derzeit keine Anzeichen, dass das Kind vorsätzlich verletzt worden sei. "Die Ermittlungen dauern aber an", sagte Sprecherin Adina Mircioane am Dienstag.

"Die Eltern sind schon sehr unsicher"
"Wir bemühen uns sehr, Hilfsangebote für die Eltern zu finden", berichtete Herta Staffa vom Wiener Amt für Jugend und Familie. "Denn die Eltern sind schon sehr unsicher, wie das mit Zwillingen am Anfang oft so ist." Das Jugendamt versuche, eine für die Familie gangbare Lösung zu entwickeln.

"Entweder eine Unterbringung für kurze Zeit für die Mutter und die beiden Kinder, mit intensiven Kontakten zum Vater, oder eine Betreuung bei ihnen zu Hause in entsprechender Dichte", schilderte Staffa die Möglichkeiten. Ein paar Tage werde es dauern, bis "ein Netz für die Unterstützung geknüpft ist und eine Entscheidung fällt".

Wegen des Misshandlungsverdachts war auch der Zwilling ins Spital gebracht und eingehend untersucht worden. Vorerst steht nicht fest, wann die Kinder entlassen werden.

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