Bahnschranken kaputt

Pensionist empört: „Hier geht es um Leben und Tod“

Oberösterreich
06.08.2024 09:00

„Ich hoffe, dass endlich gehandelt wird, bevor etwas passiert.“ Ein rüstiger Rentner geht auf die Barrikaden, weil in Mauerkirchen (OÖ) der Bahnschranken nicht funktioniert. Doch beim Kundenservice der ÖBB gab es nur eine dreiste Antwort: „Dann müssen's halt links und rechts schauen.“ 

Rudolf Fröhler ist Pensionist, lebt in der Nähe eines Bahnübergangs in Mauerkirchen. Der 74-Jährige hat viel Zeit, um seine Umgebung zu sondieren. Und deshalb ist ihm aufgefallen, dass genau dort der Schranken oft nicht funktioniert. „Ich habe es viermal beobachtet. Und am 15. Juli ist zwischen 20 und 23 Uhr gar nichts gegangen. Die Ampel war zwar auf Rot, aber der Schranken offen. In den drei Stunden muss der Zugführer gewusst haben, dass das Klumpert nicht geht, da hat es jedes Mal ein Signal gegeben, als er vorbeigefahren ist. Ich hoffe nur, dass jetzt endlich gehandelt wird, bevor ein Unglück passiert“, ist Fröhler empört.

Erschütternde Antwort
Zurecht. „Ich habe daraufhin versucht, bei der Servicenummer der ÖBB anzurufen, bin aber nur bei einer Ansage gelandet. Am nächsten Tag war dann eine Dame in der Leitung, der ich das Problem geschildert habe“, so der Rentner. Die Antwort war erschütternd. „Dann müssen’s halt links und rechts schauen“, wiederholt uns Fröhler die abfällige Aussage. „Hier geht’s um Leben und Tod. Ich schaue in beide Richtungen, bevor ich den Übergang überquere, aber Kinder und Jugendliche tun das oft nicht.“

„Ich habe sofort Alarm geschlagen“
Das Problem an der Situation ist außerdem, dass die Bahntrasse in der Geretsdorferstraße links nur schwer einsehbar ist. „Man müsste schon bis nach vorne fahren, um sehen zu können, ob ein Zug kommt“, ist Fröhler fassungslos. „Ich will nicht mit meinen 74 Jahren am Bahnübergang umkommen. Ich habe sofort Alarm geschlagen, aber es interessiert scheinbar niemanden.“

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Ich hoffe nur, dass jetzt endlich gehandelt wird, bevor ein Unglück passiert. Kinder schauen nicht links und rechts.

Rudolf Föhrer, Anrainer

Zumindest hat die ÖBB auf die Anfrage der „Krone“ reagiert. „Leider kam es zu technischen Problemen bei der Anlage, daher schaltet diese als Sicherheitsmaßnahme sofort auf Rot für den Straßenverkehr. Es werden alle Züge in unmittelbarer Sichtweite vor dem Bahnübergang mehrere Sekunden anhalten und ein lautes Signal abgeben. Wir haben sofort mit der Behebung des Problems begonnen.“

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