Lange ist die AUVA um die Container-Zwischenlösung für das halb geschlossene Böhler-Spital herumgestrichen wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, doch nun sind die Würfel gefallen: Im September sollen die Bagger in der Brigittenau auffahren und das bisherige Parkhaus komplett wegreißen, um dort Platz für ein ganzes Spital in Container-Bauweise zu schaffen.
Dieses soll mit drei Operationssälen und „bis zu“ 60 normalen und sechs Intensivbetten ausgestattet sein. Statt wie bisher versprochen von einem Betriebsstart Anfang 2025 ist nun aber „realistischerweise“ Mitte 2025 das neue Ziel.
Realistischer muten inzwischen auch die Kostenschätzungen an: Über 53 Millionen Euro soll das Containerspital laut letzten Schätzungen kosten – um gut ein Drittel mehr, als man gehofft hatte. Das erklärt wohl auch das bisherige Zögern der AUVA, bei der Böhler-Ersatzlösung Nägel mit Köpfen zu machen.
Ein ganzes Spital in Container
In der Hinsicht sieht es nun jedoch gut aus: Die Container sollen auch ein Leergeschoß enthalten, wo all das hin übersiedeln kann, was vorerst weiter im alten Spitalsbau in Betrieb bleibt: Ambulanz, Physiotherapie und Diagnostik, von Röntgen über CT bis MR.
Damit wird ab Mitte 2025 das gesamte Spital in den Containern vereint sein, was den Abriss des bisherigen Spitals erleichtert – und zugleich die Chancen erhöht, dass der geplante „Gesundheitscampus“, als endgültiger Ersatz für das Spital ab 2030, am bisherigen Standort entstehen könnte.
Pläne abgeschmettert
Die Verzögerung bedeutet jedoch auch, dass der jetzt ausschließlich tagesklinische Teilbetrieb im Spital zumindest ein halbes Jahr länger dauern wird als geplant, und das mit nur einem Drittel der möglichen Kapazitäten: Die Pläne der AUVA, in der Tagesklinik mehr als einen OP-Saal einzurichten, haben die Behörden aus brandschutztechnischen Gründen abgeschmettert.
Das bedeutet, dass von jetzt an noch ein ganzes Jahr im Böhler-Spital nur rund sieben Operationen pro Tag möglich sind, und auch das nur, weil sich die Belegschaft dort nach Kräften ins Zeug legt. Alle anderen nötigen Operationen müssen wie bisher auf alle anderen Wiener Spitäler aufgeteilt werden.
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