„Eine echte Sauerei“

Streit um abgesagten Schulausbau geht weiter

Wien
16.03.2026 17:00

Weil Margareten nun doch keine neue Volksschule bekommt, geht der Streit im Bezirk jetzt weiter. Die kreative Szene ist bereits am Absprung: Etliche Künstler kündigten bereits ihre Verträge. Und: Die SPÖ wettert gegen den grünen Bezirkschef. 

Schon seit dem Jahr 2019 läuft in einem ehemaligen Schulgebäude in der Viktor-Christ-Gasse im 5. Bezirk das Zwischennutzungsprojekt „Creative Cluster Margareten“. Auf über 3600 Quadratmeter arbeiten hier mehr als 150 Künstler. Es war das erste Mal, dass die Stadt ein ehemaliges Schulgebäude für eine Zwischennutzung freigab. Aus dem alten Gebäude hätten eine Volksschule sowie eine Schule für inklusive Pädagogik werden sollen. Die weitere Zukunft des Vereins ist völlig ungewiss.

Die Liegenschaft Castelligasse 9/Viktor-Christ-Gasse 10, welche derzeit vom Kultur-Verein ...
Die Liegenschaft Castelligasse 9/Viktor-Christ-Gasse 10, welche derzeit vom Kultur-Verein „Creative Cluster“ zwischen genutzt wird, hätte in eine moderne Pflichtschule umgebaut werden sollen(Bild: Imre Antal)

Ab Herbst 2028 wären hier Schüler und Lehrer eingezogen. Doch wegen Einsparungen wird daraus nichts, wie auch Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) bedauert – wir berichteten. Dabei ist der Bedarf im Bezirk enorm. 

Bezirks-Vize-Lipinski: „Das ist eine echte Sauerei“
Sein Stellvertreter im Bezirk, Christoph Lipinksi (SPÖ), wettert nun heftig gegen ihn: „Das ist eine Sauerei. Durch die voreilige Ankündigung des Bezirkvorstehers haben zig Künstler ihre Verträge mit dem Creative Cluster gekündigt und damit einen völlig unnötigen wirtschaftlichen Schaden für die Betreiber verursacht.“ Luxenberger hätte so getan, „als ob alles unter Dach und Fach mit der Stadt sei. Nicht zum ersten Mal!“

Auf „Krone“-Anfrage bestätigt Karim El Seroui, künstlerischer Leiter des „Creative Cluster“, dass im Herbst 2025 einige Künstler ihre Verträge beendet hätten. Aktuell wurde dem Projekt eine verlängerte Zwischennutzung bis September 2027 zugesprochen, mit der Aussicht auf weitere Verlängerung. Er spricht von einem „großen Mehrwert für den Bezirk“, wünscht sich eine längerfristige Planungssicherheit und will demnächst Gespräche mit der Stadt führen. „Kommt der Schulausbau doch, würden 150 Künstler auf der Straße stehen.“ Doch danach sieht es momentan nicht aus.

„Derzeit kann das Projekt nicht umgesetzt werden. 2026 werden noch die Einreichplanung fertiggestellt und die baubehördliche Genehmigung eingeholt. Wann das Vorhaben realisiert werden kann, hängt von der weiteren budgetären Entwicklung ab, die in regelmäßigen Abständen neu bewertet wird“, so die MA56 (Schulen). Lipinski fordert jetzt, dass der Bezirk 30 bis 50 Prozent der Finanzierung für den Ausbau aufstellt, „denn gerade Margareten braucht eine weitere Volksschule“.

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