Gab Kiew Infos weiter

Nach Angriff auf Klinik: Pilot verrät Kommandanten

Ausland
12.07.2024 14:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der russische Luftangriff auf ein Kinderkrankenhaus hat offenbar auch einen Piloten schockiert, der an der Attacke beteiligt war. Der Russe gab laut der ukrainischen Zeitung „The Kyiv Post“ Daten über die verantwortlichen Kommandeure weiter – inklusive privaten Fotos. 

Der Pilot, der der 22. Bomber-Division angehören soll, soll sein schlechtes Gewissen nach dem vielfach kritisierten Anschlag auf das Kinderkrankenhaus von Okhmatdyt plagen. Bei der Attacke verloren zwei Erwachsene ihr Leben, darunter eine Ärztin. Mehr als 30 Menschen, darunter mindestens 8 Kinder, wurden verletzt.

Deshalb habe er persönliche Informationen an den ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) weitergegeben, die dabei geholfen haben, 30 zuständige Kommandeure zu identifizieren. Darunter befinden sich auch private Fotos und andere vertrauliche Dokumente des Führungsstabs seiner Division, wie Auszüge aus den Personalakten hochrangiger Offiziere, Personaldaten russischer Militärangehöriger und ihrer Familienangehörigen.

Bilder vom Luftangriff auf das Kinderkrankenhaus:

Russische Soldaten wurden gegen ihren Willen zu Anschlag genötigt
Der russische Pilot habe den ukrainischen staatlichen Chatbot Diia auf Telegram am 8. Juli genutzt, um die Informationen weiterzugeben. Er betonte, dass auch einige seiner Kameraden mit Angriffen auf zivile Ziele nicht einverstanden gewesen wären – sie seien aber dazu genötigt worden. „Er war schockiert über den Angriff auf das Kinderkrankenhaus und beschloss, der ukrainischen Seite Dokumente im Zusammenhang mit den Aktivitäten seiner Militäreinheit sowie private Fotos des Kommandostabes zu übergeben“, erklärte eine vertrauliche Quelle aus dem Geheimdienst gegenüber „Kyiv Independent“. 

Die 22. Bomberflugdivision, aus der der Whistleblower stammt, soll andauernd ukrainische Städte angreifen, wie „Ukrainskaja Pravda“ berichtete. Die geleakten Informationen seien für die Ukraine von hohem Wert, führte „Kyiv Post“ aus.  

UNO bestätigt Russland als Urheber des Angriffs
Russland dementiert den Angriff – der Kreml behauptet, es habe sich dabei um einen Irrläufer der ukrainischen Flugabwehr gehandelt. Das UN-Menschenrechtsbüro ist nach Untersuchungen davon überzeugt, dass die Klinik von einer russischen Kh-101 Rakete direkt getroffen worden war. Der ukrainische Generalstaatsanwalt will den Beschuss des Kinderkrankenhauses vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bringen. Kritik an dem Angriff kam sogar aus China.

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