Kann Moskau treffen

Europäische NATO-Staaten arbeiten an neuer Waffe

Ausland
11.07.2024 22:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Um sich besser gemeinsam verteidigen zu können, wollen nun vier europäische NATO-Partner – darunter Deutschland – ein weitreichendes Waffensystem entwickeln. Es soll mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern aufwarten und damit Ziele auch auf russischem Boden treffen können.

Als Russland die Ukraine im Februar 2022 angriff, sei den Staaten des atlantischen Bündnisses klar geworden, dass die Lücke in den europäischen Arsenalen dringend geschlossen werden müsse, schreibt die „Frankfurter Allgemeine“. In diesem Sinne schafften die Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Polens am Rande des NATO-Gipfels in Washington am Donnerstag die Grundlage für das Projekt ELSA („European Long-Range Strike Approach“).

Deutlich mehr Reichweite als der deutsche Taurus
Unterzeichnet wurde eine Absichtserklärung mit dem Ziel, militärische Fähigkeiten zu garantieren, die Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit zu stärken und dafür die industrielle Grundlage herzustellen. Bei dem Vorhaben soll es um einen Marschflugkörper gehen, der eine deutlich größere Reichweite als der deutsche Taurus - der etwa 500 Kilometer weit fliegt - hat und auch land- oder seegestützt verschossen werden könnte („deep precision strike“).

Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz, der italienische ...
Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz, der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto, der französische Verteidigungsminister Sebastian Lecornu und der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius nach der Unterzeichnung von ELSA(Bild: APA/AFP/ROBERTO SCHMIDT)

US-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk, die auch nuklear bestückt werden können, haben Reichweiten von deutlich mehr als 2000 Kilometern. Am Rande des Gipfels war am Vortag angekündigt worden, dass die USA von 2026 an Tomahawks, Luftabwehrraketen SM-6 und neue Hyperschallwaffen in Deutschland stationieren werden.

Hintergrund der Aufrüstung
In den vergangenen Jahren war immer deutlicher zutage getreten, dass es ein strategisches Ungleichgewicht gibt. Russland stockte sein Arsenal an konventionellen Mittel- und Langstreckenwaffen immer weiter auf, kündigte Rüstungskontrollverträge und stationierte die Systeme unter anderem in der Exklave Kaliningrad. Berlin plagen in diesem Zusammenhang große Befürchtungen – immerhin kann Moskau von dort aus fast jedes Ziel in Europa treffen.

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