Modi zu Gast in Wien

Indien und Österreich wollen „Brückenbauer“ sein

Politik
10.07.2024 22:26

Beim Besuch des indischen Premierministers Narendra Modi haben Kanzler Karl Nehammer und sein Gast ihre Länder als „Brückenbauer“ positioniert. Man habe Wege ausgelotet, einen Prozess zu einem „fairen und dauerhaften Frieden in der Ukraine“ in Gang zu bringen, sagte Nehammer nach dem Arbeitstreffen. Ähnlich klang auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen nach einer Unterredung mit dem Gast aus Indien.

Der seit zehn Jahren im Amt befindliche Modi war am Dienstagabend aus Moskau kommend auf dem Flughafen Wien-Schwechat gelandet. In Russland hatte er Machthaber Wladimir Putin getroffen. Zu ihm unterhält er gute persönliche Beziehungen, strebt jedoch zugleich Äquidistanz zum Westen an.

Erste Reisen seit Wiederwahl
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs bezieht Indien verstärkt billiges Erdöl aus Russland, Modi bezeichnete Putin am Dienstag gar als „lieben Freund“. Zugleich übte er allgemeine Kritik an kriegerischen Auseinandersetzungen. Seine Reisen nach Russland und Österreich sind die ersten seit Beginn seiner dritten Amtsperiode als Premier.

Gegen Problemlösung am Schlachtfeld, für „prosperierende Ukraine“
Bei den gemeinsamen Pressestatements mit Nehammer am Mittwoch in Wien erneuerte Modi, was er bei seinem Russland-Besuch gesagt hatte: „Probleme können nicht auf dem Schlachtfeld gelöst werden. Der Verlust unschuldiger Leben ist inakzeptabel.“ Österreich und Indien stellten ihre Unterstützung für den Dialog der Konfliktparteien zur Verfügung.

Modi (re.) trägt sich bei Nehammer ins Gästebuch des Kanzleramts ein. (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Modi (re.) trägt sich bei Nehammer ins Gästebuch des Kanzleramts ein.

Nehammer bot Österreich „als Teil der EU, aber nicht eines Militärbündnisses“ ebenfalls als Partner und Ort des Dialogs zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine an. Er wolle eine „freie und prosperierende Ukraine“, so der Kanzler.

Start-up-Partnerschaft und Zehn-Jahres-Fahrplan
Zweites Thema der Regierungschefs war die bilaterale Zusammenarbeit in Wirtschaft und auch Wissenschaft, die intensiviert werden soll. Modi teilte mit, dass Indien und Österreich eine Start-up-Partnerschaft schließen. Zudem werde ein Zehn-Jahres-Fahrplan für gemeinsame Aktivitäten erarbeitet.

Auf dem Weg vom Kanzleramt in die Hofburg ging sich am Heldenplatz ein Selfie aus. (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Auf dem Weg vom Kanzleramt in die Hofburg ging sich am Heldenplatz ein Selfie aus.

Im Anschluss an ihr Treffen im Bundeskanzleramt begaben sich Nehammer und Modi in die Hofburg zu einem indisch-österreichischen Wirtschaftsforum. Für Modi stand am Nachmittag außerdem ein Besuch bei Bundespräsident Van der Bellen am Plan.

Van der Bellen: „Ukraine braucht dringend Frieden“
Auch in der Hofburg ging es um den weiteren Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und den Ukraine-Krieg. „Wir waren uns einig, dass die Ukraine dringend Frieden braucht und wir Bemühungen in diese Richtung unterstützen werden“, hielt Van der Bellen nach der Unterredung mit dem Staatsgast aus Indien fest. Außerdem betonte der Bundespräsident, dass Indien als Partner in einer strukturell nachhaltigen Transformation hin zur Klimaneutralität benötigt werde.

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