In Vorarlberg rückt der Wolf gerade wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Gleich mehrere Exemplare des Beutegreifers liefen einer Wildkamera vor die Linse. Nun greift das Wolfsmanagement des Landes.
In den vergangenen Tagen wurden im Hinteren Bregenzerwald gleich mehrere Wolfssichtungen registriert - und zwar per Wildkamera. Bisher wurden die Tiere aber nur abgelichtet, zu Wolfsrissen kam es in dieser Region glücklicherweise bisher nicht. Trotzdem wurden die Schaf- und Ziegenhalter, die Weidegebiete in dieser Region nutzen, von der zuständigen Behörde des Landes über die Situation verständigt. Insbesondere wurde dabei auf Herdenschutzmaßnahmen aufmerksam gemacht.
Was passiert nun weiter? In einem solchen Fall greift das Land auf seinen Wolfs-Management-Plan zurück. Ziel dieses Plans ist den menschlichen Siedlungsraum zu schützen und Schäden an Nutztierbeständen zu vermeiden. „Durch diese Verordnung ist ein rasches, konsequentes und rechtssicheres Handeln im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung möglich und es sind wichtige Rahmenbedingungen für einen weiterhin sicheren Alpsommer geschaffen“, erklärte Landesrat Christian Gantner (ÖVP) am Mittwoch dazu.
Konkret zielen die behördlichen Maßnahmen – wenn sich Nutztierrisse häufen oder Sicherheitsbedenken bestehen – auf eine Aufhebung der Schonung des Wolfs. Das heißt, es wird eine Abschussgenehmigung erteilt. Das ist nun aber nicht der Fall – zumindest noch nicht.
Karte gibt Aufschluss über Wolfs-Ereignisse
Mittlerweile wurde eine Rissdatenbank in Vorarlberg eingerichtet. Diese ermöglicht die Erfassung von Sichtungen, Losungen, Fotos und anderer Daten eines Beutegreifers sowie von Tierrissen. Darüber hinaus werden die „bei Verdacht eines Tierrisses im Rahmen der Rissbeurteilung erhobenen Daten in die Anwendung eingepflegt“, wie es in schönstem Amtsdeutsch heißt. Wer sich schlau machen will, kann sich auf einer Karte unter https://vorarlberg.at/-/wolfsmanagement ansehen, wo bisher welche Wolfsereignisse stattgefunden haben.
Verhalten bei Wolfssichtung
Auch wenn Wölfe, die in freier Wildbahn aufgewachsen sind, grundsätzlich scheue Tiere sind, ist ein Auftreten des Wolfes auch im siedlungs- bzw. wohnnahen Bereichen nicht ausgeschlossen. Aus diesem Grund hat der Landeswildökologe Hubert Schatz ein Merkblatt für Verhaltensweisen erstellt, um die Probleme mit Wölfen möglichst gering zu halten. Auch dieses Merkblatt ist auf der Website https://vorarlberg.at/-/wolfsmanagement abrufbar.
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