„Sommerparty am Strand, eo eo. Mit dem Drink in der Hand, eo eo. Alle tanzen so frei, eo eo. Die Nacht gehört uns zwei.“ Nobelpreisverdächtig klingt es nicht gerade, was sich die künstliche Intelligenz da zusammengereimt hat – soll es aber auch gar nicht, der vorgegebene Anspruch lag im Promille-Bereich. Im wahrsten Sinne des Wortes: Denn diese Textzeilen finden sich auf dem ersten KI-generierten Ballermann-Hit-Album „Kontrollierte Inseleskalation“ – Saufhits zum Mitgrölen aus der Retorte.
Es ist ein Album, das musikalische Mallorca-Lokalmatadore durchaus erregt, die der Maschine nicht so leicht ihr Party-Revier überlassen wollen. „Es geht um Authentizität, wenn wir Texte schreiben. Du musst das Thema Mallorca leben und lieben“, pocht z. B. Ikke Hüftgold auf die menschliche Überlegenheit. Und der ist immerhin bekannt für intelligente Texte wie „Meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler“. Oder noch lyrischer: „Ole, ole, ole, dicke Titten, Kartoffelsalat“.
Die künstliche Intelligenz kann bereits vieles besser als der Mensch, aber das mit der Poesie hat sie immer noch nicht so gut drauf. Doch schon suchen KI-Firmen händeringend nach literarisch bewandertem Personal, das der Maschine beim Lernen helfen soll. Und das tut sie erschreckend flott. Anzunehmen, dass sie das Niveau der Ballermann-Songs bald hinter sich lässt – und an selbigen erkennt, wie weit sie der menschlichen Intelligenz eigentlich überlegen ist . . .
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