Gates will sie nicht

Erste Wasserstoff-Superjacht wird zu Ladenhüter

Ausland
21.05.2024 11:06

Projekt 821 ist die erste Wasserstoff-Brennstoffzellen-Jacht der Welt – doch trotz ihres innovativen, umweltfreundlichen Antriebs tut sich die niederländische Werft Feadship offenbar schwer, einen gut betuchten Besitzer zu finden. Microsoft-Milliardär Bill Gates, der den schwimmenden Luxustempel bestellt haben soll, will sie nicht mehr ...

Die Feadship 821 ist knapp 119 Meter lang – das bietet Platz für viel Luxus. So bietet die Superjacht 14 Balkone und sieben ausklappbare Plattformen, in denen man ins Meer eintauchen kann. Auf dem Eignerdeck befinden sich zwei Schlafzimmer mit zwei Badezimmern, mehreren Umkleideräumen, einem Fitnessstudio, einem Wohnzimmer und zwei Büros, die sogar mit Kaminen ausgestattet sind. Ein Whirlpool ladet zudem zum Entspannen ein. Sogar ein Aufzug ist in dem Schiff zu finden.

Wasserstoff wird in riesigem Tank bei -253 Grad gelagert 
Doch das wirklich Einzigartige an der neuen Jacht ist im Maschinenraum zu finden. Das Schiff hat einen 92 Kubikmeter großen Wasserstofftank, in dem das Gas bei -253 Grad Celsius gelagert wird. Der Tank ist bis zu zehnmal so groß, wie es für das Energieäquivalent von Dieselkraftstoff nötig wäre – denn aus Sicherheitsgründen muss dieser doppelwandig ausgeführt sein.

In 16 Brennstoffzellen kann der Kraftstoff zu Strom generiert werden. Das Schiff soll laut Hersteller eine Woche emissionsfrei im Hafen liegen können oder für eine wesentlich kürzere Zeit mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoten (rund 18,5 km/h) unterwegs sein. Der Wasserstoff ist somit eher dafür gedacht, den Strom für Verbraucher wie Heizung oder Klimaanlage zu liefern. „Die Bereitstellung dieser elektrischen Energie über umweltfreundliche Wasserstoff-Brennstoffzellen hat schnelle und erhebliche Auswirkungen“, ist Feadship überzeugt.

(Bild: Feadship)

ABB-Pod-Antriebe für längere Ausfahrten
Für längere Fahrten gibt es noch 3200 Kilowatt starke ABB-Pod-Antriebe, die mit HVO-Treibstoff betrieben werden. Dieser synthetische Biotreibstoff soll die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent verringern. HVO wird aus Pflanzenöl hergestellt. 

Umweltschützer Gates soll Kritik befürchten
Trotz dieser umweltfreundlicheren Eigenschaften – im Vergleich mit einer konventionellen Superjacht – will sie Microsoftgründer Gates aber offenbar nicht mehr haben, obwohl er sie sogar in Auftrag gegeben haben soll. Über die Gründe dafür gibt es Spekulationen: Der prominente Umweltaktivist könne befürchten, in Kritik geraten, wird vermutet. Denn trotz Wasserstoff-Technologie ist der CO2-Fußabdruck einer solch riesigen Yacht enorm hoch, was Gates Image schaden könnte. Auch die bereits gekaufte Jacht Wayfinder, die als Beiboot für Project 821 gedacht war, soll zum Verkauf stehen.

Der Preis für die schwimmende Innovation wird in Medienberichten mit 600 Millionen US-Dollar angegeben. Der Verkauf wird jedoch diskret abgewickelt – in dieser Preisklasse kommt ohnehin nur eine beschränkte Gruppe von vermögenden potenziellen Käufern infrage. 

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