Vetropack unter Druck

Konsumknick bedroht Jobs bei Flaschenhersteller

Oberösterreich
27.04.2024 10:00

Als Produzent von Glasverpackungen ist Vetropack eine große Nummer: Altglas wird eingeschmolzen und zu neuen Flaschen und Gläsern verarbeitet, in die später Bier, Mineralwasser, Milch, Marmeladen und Co. gefüllt werden. Doch der Konsumknick zwingt die Firma zur Reduktion von Produktionskapazitäten. Das sorgt für Zittern - auch in Kremsmünster.

„Wir sehen schon jetzt, dass 2024 nahtlos an das schwache zweite Halbjahr des Vorjahres anknüpft; wir werden unseren Fokus auf Kostensenkungen legen; bereits geplante Investitionen in unsere Werke werden soweit möglich verschoben“ – das alles steht im Brief des Verwaltungsrats, der auf der Internetseite der Vetropack veröffentlicht ist.

Wie sehr der Glasverpackungshersteller unter Druck steht, zeigt sich dadurch, dass Vetropack nicht nur die Schließung des Stammwerks in der Schweiz prüft, sondern auch überlegt, die Produktion in Kremsmünster zu drosseln.

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Wir werden die Entwicklung der Märkte weiter sehr eng beobachten müssen, um gegebenenfalls schnell auf Veränderungen zu reagieren. Beides tun wir bereits mit den bereits genannten Kosteneinsparungen und vom Markt genommenen Kapazitäten. Weitere umgehende Anpassungen an die veränderliche Marktsituation sind denkbar.

Johann Reiter, Vorstandschef der Vetropack-Gruppe

Derzeit werden mehr Flaschen und Co. produziert als benötigt
Grund ist ein Rückgang der Nachfrage nach Grün- und Buntglas, ausgelöst wiederum durch die Inflation und allgemeine Unsicherheit, die auf die Konsumbereitschaft der Menschen drückt, weshalb Getränke- und Lebensmittelhersteller weniger Glasverpackungen brauchen. Die Folge: Es werden deutlich mehr Flaschen und Co. produziert als benötigt.

323 Mitarbeiter im Werk in Kremsmünster
Was konkret in Kremsmünster überlegt wird? Die vorübergehende Stilllegung einer der drei Schmelzwannen, konkret jener mit der Bezeichnung F32. „Dementsprechend steht auch ein Abbau an Stellen zur Diskussion“, heißt es seitens des Unternehmens, das am Standort in Oberösterreich insgesamt 323 Mitarbeiter zählt.

Die Beschäftigten wurden über die schwierige Situation und mögliche Konsequenzen informiert. In welchem Umfang es zu einem Personalabbau kommen wird, wird derzeit ermittelt. „Wo möglich, wollen wir Kündigungen vermeiden“, heißt es. Schon im Vorjahr hatte Vetropack in der gesamten Gruppe immer wieder die Kapazitäten angepasst: Hunderte Stillstandstage von Produktionslinien waren die Folge.

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