Nur Tasche verloren

“Überfall” bei Schwammerlsuche war erfunden

Österreich
08.08.2012 09:21
Nur erfunden ist ein "Überfall" beim Schwammerlsuchen im steirischen Kirchbach. Eine 78-jährige Pensionistin hatte vor knapp einer Woche angegeben, von einem Fremden bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden zu sein. Dienstagmittag gestand die Seniorin der Polizei aber, dass alles nicht wahr ist und sie lediglich ihre Tasche verloren hatte. Mit der Anzeige wollte sie erreichen, dass die Exekutive eine Suchaktion nach ihren Habseligkeiten startet.

Nur bruchstückhaft hatte sich die 78-Jährige an den vermeintlichen Überfall im Wald erinnern wollen. "Irgendjemand hat mich von hinten attackiert und mir den Hals zugedrückt", gab die Seniorin bei der Polizei an (siehe auch Infobox). Ein Arzt attestierte der Seniorin leichte Kehlkopfverletzungen, zudem schilderte die 78-Jährige dramatisch: "Ich kann jetzt froh darüber sein, dass ich noch am Leben bin." Vom "Täter", der sie bewusstlos gewürgt habe, wusste sie nur zu berichten, dass er ein Sakko getragen habe.

"Ein Räuber, der die Beute wegwirft – den gibt's nicht"
Die Handtasche wurde einige Tage später von einem anderen Schwammerlsucher gefunden. Da sich die Wertgegenstände aber noch darin befanden, wurden die Beamten stutzig. "Ein Räuber, der die Beute wegwirft – den gibt's nicht", so Werner Rampitsch vom Landeskriminalamt. "Wir haben die Frau neuerlich befragt. Dann hat sie zugegeben, dass ihre Angaben erfunden sind." 

Die Steirerin erklärte den Beamten, dass sie die Tasche – samt 135 Euro und Handy – im Wald verloren und vergeblich danach gesucht hatte. Die Anzeige erstattete sie in der Hoffnung, dass die Polizei die Suche nach den Habseligkeiten aufnehmen und schließlich finden würde. Die Pensionistin wurde angezeigt.

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