Er macht sich rar im TV, der blaue Spitzenkandidat, der gerne „Volkskanzler“ werden möchte. Und so explodiert die Zuseherquote, wenn Herbert Kickl bei Gerhard Koller im krone.tv-Studio gastiert. Mitgebracht hat er ein Lieblingswort: „Einheitspartei“. Und das sind für den Frontmann der Blauen alle anderen, die, wie er sagt, zur Einheitspartei „zusammenschmelzen“. Er wisse auch, woher der „totalitäre Wind in Österreich weht“ - richtig: aus der Richtung dieser „Einheitspartei“ natürlich. Wobei Kickl innerhalb dieser „verschmolzenen“ Partei einen besonderen Blick auf den Ex-Koalitionspartner ÖVP hat: Die ziehe eine „Brandmauer zur FPÖ auf“, dabei habe sie inhaltlich die meisten Überschneidungen mit den Freiheitlichen. Ein Werben um einen künftigen Mehrheitsbeschaffer am Weg zum „Volkskanzler“? Die aktuelle Ablehnung der Blauen durch die Mitbewerber sieht Kickl nicht so dramatisch, nach der Wahl, ist er sich sicher, würden sie sich ohnehin „winden wie die Aale“. Da kann er recht haben.
„Ausgewechselter Kickl“. Was noch von Kickl auf krone.tv zu hören war: Er halte nichts von der „68er-Kuscheljustiz“ und den „Träumereien von einer gefängnislosen Gesellschaft“, diese „Orientierungs- und Wertelosigkeit der Linken“ habe der Gesellschaft nicht gutgetan. Es sei höchste Zeit für eine „radikale Neuaufstellung“ im Land, die österreichische Bevölkerung werde von einer „Völkerwanderungslawine“ überrollt, die Regierenden spielten das „unter dem Deckmantel Toleranz“ herunter. Und doch sah „Krone“-Kolumnistin Conny Bischofberger „einen völlig ausgewechselten Herbert Kickl“, der nur zu einer einzigen kleinen Gemeinheit (gegenüber Vizekanzler Werner Kogler) gegriffen habe, ansonsten, empfand Bischofberger, habe da kein Giftzwerg gesprochen, „sondern ein Politiker, der gerade einen Strategiewechsel vollzog. Vom streitlustigen Bierzeltredner zum kreideweichen Spitzenkandidaten.“ Kickl sei ruhig, ernsthaft, fast staatsmännisch aufgetreten. Kann er das? Für einen Kanzler wäre es wohl unerlässlich.
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