"Wenn was passiert, der Bär etwa ein Kind attackiert, dann bin womöglich ich mit schuld. Der Bär muss weg!" Für Bürgermeister Dieter Mörtl, selbst aktiver Jäger, ist der Bär im Gailtal nicht länger tolerierbar: "Wenn er vor Jahren hin und wieder bei uns in der Gemeinde war, war es eine echte Sensation und wir waren stolz auf den bärigen Besuch. Doch inzwischen ist er sesshaft geworden, und viele Gemeindebürger haben bereits Angst. Es muss etwas passieren!"
Erst am Wochenende wurde wieder ein Schaf in der Nähe der Almhütten gerissen, somit gehen mindestens acht tote Tiere auf das Konto des Braunbären. Während Nachbarbürgermeister bereits den Abschuss fordern, will Mörtl nicht so weit gehen: "Der Bär gehört aber gefangen und woanders wieder freigelassen."
"Übersiedlung rechtlich sehr fragwürdig"
Doch die Frage ist, wo man das Tier wieder aussetzen soll? Für Kärntens Bärenexperten Bernhard Gutleb ist das unmöglich: "Wenn der Bär sich hier wohlfühlt, dann würde er immer wieder zurückkommen. Wenn man in Kanada Bären aussiedelt, dann muss man sie mindestens 1.000 Kilometer entfernt wieder freilassen, um sicherzugehen, dass sie nicht zurückkommen. Außerdem wäre so eine Übersiedlung rechtlich sehr fragwürdig."
Dass der Feistritzer Bär aber ein Problembär sein soll, davon hält Gutleb gar nichts: "Auch wenn er 300 Schafe reißen würde, wird er von mir nicht zum Abschuss freigegeben werden. Der Bär ist eben ein Wildtier auf Beutesuche, das im Normalfall vor Menschen Scheu hat und die Flucht ergreifen wird."
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