Am Montag fällt der Startschuss für das diesjährige „Human Vision Festival“. Dabei stehen nicht nur die Filme im Vordergrund. Diskussionsrunden und andere Angebote sollen ein umfassendes Kulturerlebnis bieten.
Tausende Menschen gehen gerade für Menschenrechte und Demokratie auf die Straße. Dazu passend beginnt am morgigen Montag das achte Human-Vision-Festival im Spielboden Dornbirn. Der Inhalt der dort präsentierten Beiträge soll wachzurütteln und zum Handeln anregen. Bombenangriffe, Massengräber und Beschuss eines Krankenhauses. Der Film „20 Days in Mariupol“ erzählt über die Eindrücke der letzten vor Ort verbliebenen Journalisten mitten im Kriegsgebiet. Sie erleben das Leid und den Tod der Bevölkerung durch die russische Invasion hautnah und beinhart mit - und berichten darüber.
„20 Days in Mariupol“ ist einer von zehn Dokumentationen und Spielfilmen, die im Rahmen des achten Human Vision Festivals die unerbittliche Realität aufzeigen, in der sich Menschen weltweit befinden. Es geht um Flüchtlinge und Menschenhandel oder um 2000 Polizisten gegen 200 Baumbesetzer im Dannenröder Wald. Es geht um Menschen und deren Liebe in komplexen und diversen Beziehungen, die Ausgrenzung und Ablehnung erleben. Es geht um Jugendliche im Umgang mit Antisemitismus und um Waldhüter im Amazonasgebiet, die unermüdlich gegen die Zerstörung des Regenwaldes ankämpfen. Aber es geht auch um Frauen und deren Austausch über Sorgen und Ängste in einer Sauna, sowie die Frage, was passiert mit dem, was wir verdauen, nachdem es unseren Körper verlassen hat - Abfall oder Ressource?
Motto des Festivals als weitreichender Appell
Das Motto des diesjährigen Festivals lautet „Visions of Tomorrow: A Sustainable Futur“. Für Organisator Johny Ritter ist das mehr als nur ein Leitspruch: „Es ist ein dringender Appell und vermittelt eine zukunftsgerichtete Vision, die über die Bewahrung unserer Umwelt hinausgeht. Es umfasst die Förderung sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Fairness sowie die uneingeschränkte Achtung der Menschenrechte.“ Das Festival bietet eine Plattform, um zukunftsfähige Ideen und Konzepte zu erforschen. Die Filmauswahl deckt ein breites Themenspektrum ab. Das Rahmenprogramm ist ebenso vielfältig und interaktiv gestaltet. Nach jeder Filmvorführung gibt es Diskussionen mit Experten, Aktivisten und Filmemachern. Sie geben tiefe Einblicke in die behandelten Themen und suchen den direkten Austausch mit dem Publikum. Workshops, Ausstellungen, ein Pub-Quiz und ein Poetry Slam runden das Angebot ab.
Zu den Highlights zählt für Ritter der Eröffnungstag am 2. März mit der Vorführung des Dokumentarfilms „System Change“. „Dieser greift tief greifende Fragen nach notwendigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen für eine nachhaltige Zukunft auf.“ Im Anschluss stellen sich Regisseur Klaus Sparwasser, Protestforscher Philipp Knopp und die Aktivisten Phili und Noa von „System Change, not Climate Change!“ den Fragen des Publikums.
„Vision Bazar“ mit vielfältigem Angebot
Ein weiteres Highlight ist an diesem Tag der „Vision Bazar“, der sich durch eine Vielfalt an Mitmach-, Info- und Verkaufsständen von Initiativen und Non-Governmental Organisations (NGOs) sowie durch kulinarische Angebote aus der ganzen Welt präsentiert. Zudem gibt es „Mitmachstände“, an denen beispielsweise Kleider getauscht oder eigene Pflegeprodukte hergestellt werden können. Ein Kinderflohmarkt und ein Mitmachzirkus bieten Unterhaltung für die jüngeren Besucher, während die Vernissage der Kunstschule Liechtenstein künstlerische Auseinandersetzungen mit den Festivalthemen präsentiert. Die Vielfalt des „Vision Bazars“ spiegelt den Geist des Festivals wider, meint Ritter. „Es ist ein Ort des lebendigen Austauschs, der die Gemeinschaft zusammenbringt und zu einem aktiven Engagement für eine nachhaltige Zukunft anregt. In einer Zeit, in der globale Herausforderungen wie Klimawandel und soziale Ungleichheiten immer drängender werden, ist das Festival relevanter denn je.“
Für den Festivalorganisator steht die Bewusstseinsbildung und die Motivation zur aktiven Beteiligung für eine nachhaltigere Zukunft im Vordergrund. „Durch die Förderung des Austauschs, der Inspiration und der Handlungsimpulse unterstreicht das Festival, dass jeder Einzelne positive Beiträge leisten kann. Film und Kultur werden als Werkzeuge genutzt, um Bewusstsein zu schaffen und positive Veränderungen anzustoßen“, ist Ritter überzeugt. Das Festival soll somit nicht nur eine Reihe von Filmvorführungen sein, sondern ein umfassendes Kulturerlebnis, das zum Nachdenken anregt, informiert und die Gemeinschaft stärkt.
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