Eine neue Studie zur Geothermie zeigt, dass in Vorarlberg durchaus die Möglichkeiten gegeben wären, Wärme aus Thermalwasser zu generieren.
Die meisten von uns denken beim Begriff Thermalwasser wohl an angenehm temperierte Planschbecken, flauschige Bademäntel und Saunalandschaften – das Wasser aus der Tiefe kann aber noch mehr als für Entspannung sorgen. Es kann wärmen – und zwar Räume.
Zwei Regionen zeigen Potenzial
Das Prinzip der Geothermie ist einfach: Heißes Wasser wird aus Tiefen von rund fünf Kilometern an die Oberfläche geholt, dort wird es abgekühlt, das kalte Wasser wird wieder zurück in den Untergrund geleitet – an der Oberfläche bleibt die Wärme zurück. Bei entsprechend hohen Temperaturen ließe sich auch Strom erzeugen, erklärte am Montag Magdalena Bottig von GeoSphere Austria bei der Präsentation einer brandneuen Studie über die Möglichkeiten, in Vorarlberg auf diese Art und Weise für Raumwärme zu sorgen. Das Ergebnis der Studie ist Anlass zur Hoffnung. Denn zwei Regionen, das nördliche Rheintal und der Raum Feldkirch, zeigen Potenzial – sprich: Dort werden große Heißwasserreservoire mit einem Energiepotenzial von rund 300 Gigawattstunden erwartet.
Neue Energiegewinnungen brauchen anfangs immer Investitionen. Auf mehrere Schultern aufgeteilt, können auch wir das sicherlich stemmen.
Landesrat Daniel Zadra (Grüne)
Die Vorteile der Geothermie-Nutzung liegen für Landesrat Daniel Zadra (Grüne) klar auf der Hand: „Damit kommen wir raus aus den dreckigen fossilen Energieträgern, und wir erhalten einen gleichbleibenden, stabilen Energiepreis. Gerade in den vergangenen zwei Jahren hat man gesehen, welchen Wert so etwas hat.“
Aufwändige Untersuchungen
Es gibt aber auch einen kleinen Schönheitsfehler an dieser alternativen Energiequelle: Bis tatsächlich feststeht, ob das Thermalwasser wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann, sind noch einige aufwändige Untersuchungen (3-D-Seismik) und Tiefenbohrungen notwendig. Das bedeutet: Etwa 20 Millionen Euro müssten investiert werden, um genau zu wissen, ob sich die Geothermie hierzulande nun auszahlt oder nicht. Zadra hofft auf einen Zusammenschluss von Kommunen, Energieversorgern, Land und Bund, um die notwendigen Untersuchungen gemeinsam zu stemmen.
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