Forscher fanden heraus, dass unser heimischer See in der letzten Eiszeit vor 25.000 Jahren entstand. Das Alter des Gewässers wurde anhand des Bildungsalters von Mineralen bestimmt.
Die ältesten Seeablagerungen wurden nahe Jois gefunden und zeigten, dass der Neusiedler See älter ist, als gedacht. Laut Stephanie Neuhuber vom Institut für Angewandte Geologie der Universität für Bodenkultur wurden Karbonatminerale untersucht, die sich aufgrund spezieller chemischer Vorgänge direkt aus dem Wasser des Neusiedler Sees auskristallisieren.
Alter des Neusiedler Sees erstaunte Forscher
Die Bestimmung der Wachstumsgeschwindigkeit dieser Minerale gestaltete sich als schwierig. Berücksichtigt werden musste dabei auch, dass der See in der Vergangenheit immer wieder ausgetrocknet war. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde das Alter des Sees auf rund 25.000 Jahre datiert - damals noch mit einer deutlich größeren Fläche. „Das Ergebnis hat mich erstaunt, weil das in die letzte Eiszeit fällt, wo eigentlich relativ wenig Wasser gewesen sein muss“, erklärte Neuhuber. Bisherige Schätzungen schwankten wegen fehlender Anhaltungspunkte zwischen mehreren Millionen Jahren und 10.000 Jahren.
Heutige Form des Sees existiert seit 6600 Jahren
Die jahrelangen Spekulationen wie alt der See tatsächlich ist, kamen nicht von ungefähr. Die Altersbestimmung ist laut der Boku komplizierter als bei anderen Gewässern. Üblicherweise werde so tief in den Grund eines Sees gebohrt, bis man dessen Basis erreicht. Danach werde die älteste Schicht datiert. Weil der See so flach ist, gibt es laut den Forschern eine solche basale Schicht nicht. Hinzu kommt, dass Wellen, die durch den Wind entstehen, den Grund des Sees erreichen und das Sediment laufend durchmischen. In seiner heutigen Form dürfte der Neusiedler See seit rund 6600 Jahren existieren.
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