Prozess geplatzt

Ex-Tennisstar von Banker um Pension gebracht

Kärnten
10.01.2024 15:15

Ein 36-jähriger Kärntner soll den einstigen Rekord-Davicsup-Spieler Hans Kary mit Hochrisiko-Veranlagungen abgezockt und um fast 600.000 Euro gebracht haben: „Auf ganz miese Weise!“ Doch aus dem Prozess wurde am Mittwoch vorerst nichts.

„Mein Mandant wurde schäbig hintergangen“, findet Rechtsanwalt Thomas Kralik, der dem einstigen Daviscup-Spieler Hans Kary als Privatbeteiligtenvertreter in dem Betrugsverfahren am Landesgericht Klagenfurt zur Seite steht: 40 Jahre war Kary Kunde einer Kärntner Bank - das Vertrauen in die Mitarbeiter seiner Hausfiliale war dementsprechend groß.

Und wurde, so die Anklage der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, auf die mieseste Art und Weise ausgenutzt: Ein 36-jähriger Betreuer soll den 74-Jährigen um seine Pensionsvorsorge von fast 600.000 Euro gebracht haben. Wie? „Er hat ihm eine sehr lukrative Mitarbeiterveranlagung angeboten“, so Kralik. „Die aber nicht für alle Kunden gedacht sei, deshalb müssten die Geldflüsse bar oder über andere Konten gehen.“ Der ehemalige Spitzensportler wollte die Gelegenheit ergreifen, zumal der Banker als ausgewiesener Wertpapierspezialist galt. In der tiefen Trauer nach einem familiären Todesfall überließ Kary dem Kundenbetreuer später sogar noch Blankounterschriften für Investments.

Doch binnen eines Jahres war ein Großteil des Geldes weg - verzockt in hochspekulativen Derivatgeschäften, die der Banker bei bankinternen Kontrollen mit persönlichen Geldgeschenken für ein erfundenes Studium oder als Taufgeschenk für ein Kind zu vertuschen versuchte. Für die Anklagebehörde ist das alles zusammen schwerer Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche; der Angeklagte soll zumindest zu einem Teil der Vorwürfe geständig sein - für ihn gilt natürlich die Unschuldsvermutung. Entscheiden wird Richterin Michaela Sanin aber erst Ende Jänner.

Denn der Verhandlungstermin Mittwochfrüh ist kurzfristig geplatzt: Erst kam der Angeklagte nicht, dann fehlten wegen eines Terminfehlers auch noch die Schöffen. Opfer Kary war aber zumindest nicht ganz umsonst von seinem Wohnort Wien in seine Kärntner Heimat angereist: Er wurde - spät, aber doch - als erfolgreicher Tennisspieler von der Stadt Klagenfurt mit einem Eintrag ins Goldene Buch geehrt.

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