Mit geplanten neuen Vorschriften wollen Chinas Behörden die Geldausgabe von Nutzern in Videospielen strenger regulieren. Am Freitag veröffentlichte Regeln sehen vor, diese nach oben hin zu begrenzen.
Zudem dürfen die Spiele Nutzer nicht mehr dafür belohnen, dass sie täglich spielen, zum ersten Mal oder mehrmals hintereinander Geld ausgeben. Dies sind in Videospielen übliche Praktiken, die Spieler bei der Stange halten und sie zum Geldausgeben animieren sollen.
Die Reaktion der Anleger kam prompt, nachdem das Vorhaben veröffentlicht wurde: Die Papiere von Tencent, des weltgrößten Spielekonzerns, rutschten um 14 Prozent ab, die seines Rivalen NetEase fielen um 27 Prozent.
„Es ist nicht unbedingt die Regulierung an sich - es ist das politische Risiko, das zu hoch ist“, sagte Steven Leung vom Broker UOB Kay Hian in Hongkong. „Die Investoren hatten gedacht, dass dieses Risiko überwunden sei und hatten begonnen, wieder auf die Fundamentaldaten der Unternehmen zu schauen. Der neue Vorstoß schadet dem Vertrauen sehr.“
Der chinesischen Regierung sind Videospiele schon seit längerem ein Dorn im Auge. 2021 hatte sie für unter 18-Jährige eine tägliche maximale Spielzeit eingeführt und acht Monate lang keine neuen Videospiele genehmigt, was sie mit Sorgen vor einer Spielsucht begründet hatte. Am Freitag kündigten die Behörden allerdings an, neue Spiele künftig binnen 60 Tagen zu genehmigen.
Angesichts der strengen Vorschriften war 2022 ein schwieriges Jahr für die Branche in China, erstmals waren die Umsätze gefallen. In diesem Jahr haben die Gaming-Firmen laut chinesischem Branchenverband wieder die Kurve gekriegt und den Inlandsumsatz um 13 Prozent auf 303 Milliarden Yuan (rund 38,6 Milliarden Euro) gesteigert.
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