Wirbel in Hornstein um einen Brief des ÖVP-Bürgermeisters: Grundstücke, die für Jungfamilien gedacht waren, sollen Auswärtigen angeboten werden. Die SPÖ ist empört
Insgesamt zehn Bauplätze umfasst das Gebiet „Lodisch“ in Hornstein. Gedacht sind diese für Jungfamilien aus der Gemeinde. Manche Plätze sind bereits vergeben, andere noch frei. Ein nun aufgetauchter Brief legt laut SPÖ allerdings nahe, dass ÖVP-Bürgermeister Christoph Wolf die Gründe auch Nicht-Hornsteinern angeboten hat. Das Schreiben erging bereits im Mai. Die Adressaten werden darin aufgefordert, bis Ende Juni ein Ansuchen für den Kauf zu stellen. Der Preis: 250 Euro pro Quadratmeter.
„Offenbar zählt nur Kaufpreis“
Die SPÖ schäumt: „Offenbar zählt einzig ein hoher Kaufpreis, den möglichst finanziell potente Käufer bezahlen sollen. Hornsteiner Jungfamilien, die damit kämpfen, leistbare Bauplätze im Ort zu bekommen, bleiben da auf der Strecke“, ärgert sich Vizebürgermeister Rainer Schmitl. Er vermutet, dass der Verkauf dazu dienen soll, um Budgetlöcher zu stopfen. Der Gemeinderat habe von dem Brief nichts gewusst. Schon der Vergangenheit habe man den hohen Quadratmeterpreis von 180 Euro für das Gebiet „Lodisch“ kritisiert, in dem Brief ist dieser nun noch höher, sagt Schmitl.
Wenig Interesse bei Einheimischen
Bürgermeister Wolf bestätigt, dass freie Bauplätze auch an Externe vergeben werden sollen. Man werde aber gleichzeitig in einem anderen Gebiet zehn weitere Bauplätze für Jungfamilien schaffen. Zudem halte sich die Nachfrage seitens der Hornsteiner in Grenzen, was vor allem mit den gestiegenen Baupreisen und den verschärften Kreditvergaberichtlinien zu tun haben dürfte. Externe Interessenten gebe es bereits, über den Verkauf müsse dann im Gemeinderat abgestimmt werden. Hinsichtlich der Quadratmeterpreise verweist Wolf darauf, dass Hornstein schon lange nicht mehr günstig sei. Im Gebiet „Lodisch“ habe die Gemeinde zudem hohe Kosten gehabt, weil es keine Unterstützung vom Land gegeben hätte.
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