Ungestillte Sehnsucht. „Unterste Schublade. Kein Anstand, kein Respekt, kein Miteinander. Abstoßend. Etwas mehr Demut stünde den Volksvertretern gut. Und Selbstreflexion.“ Das postete ein Newsletter-Leser am Sonntag zustimmend auf die hier geäußerte Kritik am Verfall der politischen Sitten im Land, am Abhandenkommen der Gesprächsbasis zwischen den Lagern, über Parteigrenzen hinweg. Am aktuellen politischen Stil, dem Eindreschen aufeinander auf einst unvorstellbar tiefem Niveau. Als „abstoßend“ wurde dieses Geschehen hier bezeichnet. Und das empfinden offensichtlich wenig überraschend auch viele Leser, viele User, viele Wähler. Es sei in diesem Kommentar fast alles gesagt, meint ein Poster, es fehle nur noch ein kleiner Zusatz: „Ich kann sie nicht mehr sehen, will sie nicht mehr hören und verlange neues, seriöses, wählbares, fähiges und sauberes politisches Personal.“ Ja, dieses Posting teilen wohl viele. Die Sehnsucht nach fähigen, sauberen Politikern, sie wäre groß. Sie wird längst noch nicht gestillt.
Hoffnung und Angst. Wenig Hoffnung auf Besserung der aktuellen Zustände macht auch Claus Pándi in seinem Kommentar heute in der Montags-„Krone“. Er findet, dass im Gegensatz zu dem „putzigen Filmchen über Benkos jungen Freund Sebastian Kurz“ Benkos Fall selbst „großes Kino“ sei. Diese Geschichte habe Villen und Jachten als Schauplätze, gereist werde mit Privatjets und Hubschraubern, es tauchten Scheichs und Baulöwen auf. Pándi schreibt: „In der Benko-Story gibt es große Haie und so kleine Fische wie Alfred Gusenbauer. Der ließ sich mit ein paar Millionen abspeisen. Ein geringer Preis für jene, die den Ybbser Gernegroß als Symbol für das Elend der Sozialdemokratie in der Trophäenhalle vorführen.“ Die ÖVP „mit fadenscheinigem christlichen Kostüm“ sei „Statistin ohne bildungsbürgerlichen Text“. Die morsche Partei werde „vom alles demolierenden Egomanen Wolfgang Sobotka in den Niedergang begleitet“. Und so warte nach diesem Benko-Film „wenig glamouröse Wirklichkeit“ - Herbert Kickls Machtergreifung. Das macht ja tatsächlich nicht wenigen offenbar Hoffnung. Anderen dagegen Angst.
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