Teils angezuckert, teils bereits mit einer ordentlichen Schneehaube präsentierte sich Tirol am Samstagfrüh. In der Nacht hatte Frau Holle begonnen, ihre Grüße zu senden. Bis auf einzelne Ausreißer hatte das aber noch wenig Auswirkungen auf den Verkehr. Einen Unfall gab es jedoch bereits, zudem hinterließ ein Schneesturm im Unterland eine Spur der Verwüstung. Die Lawinensituation bleibt angespannt.
Der Wetterbericht hat gehalten, was er versprochen hat: Ganz Tirol erwachte am Samstag mit einer Schneeschicht. Am späten Abend bzw. in der Nacht hatte es zu schneien begonnen, in der Früh präsentierte sich das Land dann so richtig im winterlichen Kleid. Aus ganz Tirol erreichten die „Krone“ bereits winterliche Grüße.
Die Temperaturen sind deutlich gesunken. Im hinteren Ötztal maß die GeoSphere Austria Tiefstwerte von -10,6 Grad Celsius. Das Wetter dürfte das ganze Wochenende und darüber hinaus anhalten. In Nordtirol bleibt der Himmel laut GeoSphere stark bewölkt bis trüb, die Schneeschauer sollten im Laufe des Vormittags aber abflachen, ehe sie sich am Nachmittag wieder verstärken und am Abend weiter zunehmen. Die größten Niederschlagsmengen sind laut Wetterdienst in der Arlbergregion sowie in den Nordalpen zu erwarten.
In Osttirol hingegen weht starker Tauernwind, der die Schneeschauer in abgeschwächter Form nach Süden treibt. Die Höchstwerte liegen bei -1 bis +3 Grad, in Lienz können sie auf bis zu 6 Grad steigen. Auch am Sonntag bleibt es laut GeoSpere winterlich, wenn auch der Schneefall allmählich nachlässt.
Kettenpflicht und Straßensperre
Große Schneemengen waren am Samstagvormittag noch nicht dabei, der Winterdienst war aber bereits gefragt. Das große Verkehrschaos blieb aber aus. Der ÖAMTC meldete am Samstagvormittag nur wenige Einschränkungen durch den Schneefall. Betroffen war etwa der Fernpass zwischen Nassereith und Biberwier. Dort sorgte die schneebedeckte, glatte Fahrbahn in beiden Richtungen für Verkehrsbehinderungen.
Gesperrt werden musste die B188 Silvrettastraße zwischen Mathon und Wirl: Schneeverwehungen versperrten die Fahrbahn. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen waren am Samstagvormittag an einigen Orten Schneekettenpflichten in Kraft, nämlich am Pass Thurn, auf der Arlbergstraße und auf der Hochkönigstraße zwischen Tirol und Salzburg.
In Mieming wurde die Schneefahrbahn in den frühen Morgenstunden einem Lkw-Fahrer zum Verhängnis, der seinen Sattelzug auf der glatten Straße nicht mehr unter Kontrolle bringen konnte. Er rutschte über den Straßenrand und kippte um. Der Mann blieb unverletzt, im Zuge der Aufräumarbeiten musste die Straße gesperrt werden, auch weitere Lkw waren hängen geblieben. Über den Bezirk Kufstein fegte in der Nacht auf Samstag ein Schneesturm. In Ellmau wurde das Dach eines Hauses von den Windböen mitgerissen, in weiteren Ortschaften stürzten Bäume auf Straßen und in das Tragseil eines Sessellifts.
Lawinengefahr auf Warnstufe 3
Indes brachte der Schnee auf den Bergen erhöhte Lawinengefahr mit, am Samstag beurteilte der Tiroler Lawinenwarndienst die Lage mit Gefahrenstufe 3 - erheblich. Den ersten Lawinentoten der Saison hatte wie berichtet bereits am Donnerstag eine Lahne gefordert, die am Glockenturm in den Ötztaler Alpen einen Alpinisten aus Polen verschüttet hatte.
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