Mi, 15. August 2018

Im Doppelpack

19.12.2011 16:59

Klempner Mario tritt zur Rettung von Nintendos 3DS an

Es ist so sicher wie das Amen im Gebet: Mit jeder neuen Konsole beschert Nintendo seinen Fans auch ein Wiedersehen mit seinem Klempner Mario. So kurz vor Weihnachten erscheint dieser für Nintendos jüngsten und bislang nur mäßig erfolgreichen Konsolen-Spross, den 3DS, sogar in doppelter Ausführung: Während Rennfreude mit dem Italo-Japaner in "Mario Kart 7" ihre Runden drehen können, steht in "Super Mario 3D Land" fordernde Daumenakrobatik auf dem Programm.

Kennt man eines, kennt man alle – für kaum ein Spiel gilt das wohl so sehr wie für Nintendos "Mario Kart". Im Laufe der Jahre und der verschiedenen Konsolen wurde nur wenig am Grundprinzip der Kart-Rennerei verändert. Der Spaß steht schließlich im Vordergrund, und daran hat sich auch beim aktuellsten Ableger für den 3DS, "Mario Kart 7", nichts geändert. Wer bereits virtuelle Mario-Kart-Erfahrung hat, kann demnach unmittelbar einsteigen und problemlos losbrausen.

Wie gehabt, stehen dafür verschiedene Kubik-Klassen (50ccm, 100ccm, 150ccm) und Spielmodi zur Auswahl, darunter das Zeitrennen, die Ballonschlacht und die davon abgewandelte Münzschlacht. Für Freunde der gepflegten Mehrspieler-Unterhaltung wartet neben der Möglichkeit, per System-Link mit bis zu acht Freunden um die Wette zu fahren, zudem endlich auch ein echter Online-Modus.

Neue Fahrzeug-Komponenten...
Herzstück ist aber einmal mehr der Grand-Prix-Modus, in dem acht verschiedene Cups zu je vier – teils bereits von anderen Konsolen bekannten - Strecken darauf warten, erobert zu werden. Mit welchem der zur Auswahl stehenden Nintendo-Charaktere man dies tut, bleibt einem selbst überlassen. Gleiches gilt für den fahrbaren Untersatz, der sich neuerdings aus drei unterschiedlichen Komponenten – Chassis, Bereifung und ein Gleitschirm – zusammenbasteln lässt.

...und Power-Ups
Die Konfiguration hat Auswirkungen auf Handling, Beschleunigungsverhalten und Top-Speed des Vehikels. Nicht alle Einzelteile stehen jedoch von Anfang an zur Verfügung, sondern müssen erst durch das erfolgreiche Absolvieren der Cups freigeschaltet werden. Und dafür braucht es neben einem geübten Daumen auch ein Quäntchen Glück, nehmen – wie für die Serie üblich – doch Power-Ups wie Schildkrötenpanzer oder Bananen Einfluss auf den Ausgang des Rennens.

Neu sind in diesem Zusammenhang der Marderhund-Schwanz, mit dem sich gegnerische Fahrer wie Hindernisse gleichermaßen aus dem Weg schlagen lassen, sowie die Glücks-Sieben. Sie erlaubt es, gleich sieben Extras auf einmal einzusetzen. Für eine gewisse taktische Komponente sorgt zu guter Letzt auch der bereits erwähnte Gleitschirm, mit dem sich der Spieler bei größeren Sprüngen in die Luft stürzen und – Luftlinie sei Dank - so vielleicht eine Abkürzung ausfindig machen kann.

Wow-Effekt bleibt trotz 3D aus
Von oben hat man auch gute Gelegenheit, die farbenfrohen 3D-Landschaften genauer zu betrachten. Leider hält sich der Wow-Effekt bei "Mario Kart 7" allerdings in Grenzen, denn bis auf die größere räumliche Tiefe macht der Titel mit Ausnahme von Wasserspritzern und Tintenflecken auf der Windschutzscheibe oder herumwirbelnden Blättern nur wenig von den 3D-Fähigkeiten des Handhelds Gebrauch.

Vergleichsweise enttäuschend ist auch die neue Ego-Perspektive, die sich mit einem Druck aufs digitale Steuerkreuz aktivieren lässt. Denn mit der Perspektive ändert sich auch die Steuerung: Statt des Analogsticks wird dann durch Drehen und Neigen des 3DS gelenkt, wodurch der 3D-Effekt allerdings flöten geht.

"Super Mario 3D Land" schindet Eindruck
Deutlich mehr Eindruck – vor allem in optischer Hinsicht – schindet da schon der zweite Mario-Titel für den 3DS, "Super Mario 3D Land". Zwar sind auch hier viele optische Elemente (grüne Röhren) und Charaktere (fleischfressende Pflanzen) bereits hinlänglich bekannt, im Gegensatz zu "Mario Kart 7" ist die dritte Dimension im neuesten Jump'n'Run des Klempners jedoch nicht bloß Aufputz, sondern elementarer Bestandteil des Spiels.

Sprich: Die räumliche Tiefe wurde bei der Gestaltung der Level miteinbezogen. Steht man nun umittelbar unter einem Extra oder doch ein paar Schritte daneben? Gelingt die Punktlandung? Und ist dort hinter der Wand nicht doch noch eine versteckte Kammer? Solche Fragen stellt man sich immer wieder, spielen die Entwickler doch mit der Perspektive und verleihen dem Titel so nicht nur räumliche, sondern auch spielerische Tiefe.

Neue Kostüme und Fähigkeiten für den Klempner
Von der technisch einwandfreien Präzision einmal abgesehen, hat "Super Mario 3D Land" auch noch einige spielerische Neuerungen zu bieten, allen voran die neuen Kostüme wie der bereits erwähnte Marderhund-Schwanz, mit dem Mario austeilen und kurzzeitig gleitig kann, oder die Propellerbox. Letztere erlaubt es Mario, sich in die Lüfte zu erheben. Besonders praktisch: Um für schlechte Zeiten gewappnet zu sein, kann der Spieler ein Power-Up in Reserve halten und bei Bedarf über den unteren Touchscreen des 3DS aktivieren.

Schlussendlich hat auch Mario selbst einige Verbesserungen erfahren. Neben dem bereits bekannten Wandsprung oder der Stampfattacke kann der Klempner nun etwa Salti schlagen oder rennen, was gerade bei größer klaffenden Abgründen ein Segen ist. Keine großen Sprünge darf man sich indes von der Story erwarten, in deren Mittelpunkt einmal mehr die Entführung von Prinzessin Peach durch Oberschurke Bowser steht. Hier wäre mehr Innovationskraft durchaus wünschenswert gewesen.

Fazit: Mit "Mario Kart 7" und "Super Mario 3D Land" liefert Nintendo ein dreiviertel Jahr nach dem Start seines 3DS endlich zwei gute Kaufargumente für seinen schwächelnden Handheld. Auch wenn vieles gerade in Bezug auf das Gameplay beim Alten geblieben ist: Die technische Umsetzung und die Präsentation, sowohl was Optik als auch den hervorragenden Soundtrack anbelangt, sind bei beiden Titeln einwandfrei und tragen ihren Teil dazu bei, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Im Fall von "Mario Kart 7" ist der 3D-Effekt allerdings entbehrlich, deutlich mehr Effekthascherei bietet da das neueste Hüpf-Abenteuer des Klempners.

Plattform: 3DS
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 9/10

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