Gewalt in Frankreich

Polizei schlägt Alarm: „Wir sind im Krieg!“

Ausland
02.07.2023 20:01

Wegen neuen Krawallen musste die französische Polizei die Champs Élysées mit Tränengas räumen. Sogar die Familie eines Bürgermeisters wurde attackiert.

Mit harten Worten erklären die französischen Polizeigewerkschaften Alliance Police Nationale und UNSA Police die gewaltsamen Ausschreitungen im Land: „Die Polizisten sind heute im Kampfeinsatz, weil wir uns im Krieg befinden!“ Die Wortwahl sorgt für heftige Kritik, denn es heißt weiter: „Angesichts dieser wilden Horden reicht es nicht mehr aus, um Ruhe zu bitten, man muss sie erzwingen.“ Viele Politiker sehen die Aussagen als „Aufruf zu Aufruhr und Bürgerkrieg gegen einen Teil der Bevölkerung.“ Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon sagt: „Wer Ruhe will, gießt kein Öl ins Feuer!“

Frankreichs Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. (Bild: EPA/Yoan Valat)
Frankreichs Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.
(Bild: EPA/Yoan Valat)

In der Nacht auf Sonntag rammten Randalierer im Pariser Vorort L’Haÿ-les-Roses das Wohnhaus von Bürgermeister Vincent Jeanbrun mit einem Auto und setzten es in Brand, während dessen Frau und Kinder gerade schliefen. Beim Versuch, zu entkommen, wurde die Familie verletzt. „Meine Entschlossenheit, die Republik zu schützen und ihr zu dienen, ist größer denn je“, erklärte der Politiker später. „Ich werde nicht zurückweichen.“

Dank des Einsatzes von 45.000 Polizisten und Tausenden Feuerwehrleuten war es aber ruhiger gewesen als in den Nächten zuvor. Die Pariser Einkaufsmeile Champs Élysées musste unter Einsatz von Tränengas geräumt werden. Auch in Lyon, Marseille und Grenoble wurde die Polizeipräsenz massiv verstärkt.

(Bild: Krone Kreativ/openstreetmap.contributors)

Spendenaktion für Polizisten
Nachdem in Marseille ein Waffengeschäft geplündert worden war, war die Polizei dort mit Spezialtruppen, gepanzerten Fahrzeugen und Hubschraubern im Einsatz. Unterdessen sorgt eine Spendenaktion für den Polizisten, der den 17-Jährigen im französischen Nanterre erschossen hat, für Wirbel. Bis Sonntag wurden 500.000 Euro gesammelt, mit denen die Familie des Polizisten, „der seine Arbeit getan hat und nun einen hohen Preis zahlt“, wie es in der Kampagne heißt, unterstützt werden soll. 

Den Spendentopf hatte Jean Messiha, ein Unterstützer des rechtsextremen Politikers Éric Zemmour, eingerichtet. Er prahlt nun damit, mehr Geld erhalten zu haben als jene, die für die Mutter des getöteten Buben sammeln.

Auch in Belgien und in der Schweiz kam es erstmals zu Ausschreitungen. In Brüssel wurden 30 Personen – viele davon minderjährig – festgenommen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele