Krawalle in Frankreich

Irans Außenministerium ruft zu Ende der Gewalt auf

Ausland
02.07.2023 17:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ausgerechnet das iranische Außenministerium hat sich nun zu den Unruhen in Frankreich geäußert. Die Regierung solle „die gewaltsame Behandlung seiner Bevölkerung beenden“ und zurückhaltend sein. Die Polizei solle die Forderung der Demonstrierenden beachten, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Sonntag.

„Die französische Regierung muss der gewalttätigen Behandlung ihrer Bevölkerung ein Ende setzen, indem sie die Grundsätze der Menschenwürde, der Meinungsfreiheit und des Rechts der Bürger auf friedliche Demonstration respektiert“, betonte Nasser Kanani weiter. Er führte die Proteste in Frankreich unter anderem darauf zurück, dass Migrantinnen und Migranten diskriminiert würden. Dies würde ungünstige Bedingungen für die Bevölkerung in verschiedenen europäischen Ländern schaffen.

Sprecherinnen und Sprecher des Ministeriums forderten die iranische Bevölkerung zudem dazu auf, „nicht unbedingt notwendige Reisen nach Frankreich zu vermeiden.“ Über die Aufstände in Frankreich wird im Iran derzeit viel berichtet.

Eigene Proteste sollen nicht unterstützt werden
Wie glaubwürdig die Worte zu friedlichen Demonstrationen sind, ist jedoch fraglich. Im Iran hatte der Tod der jungen Kurdin Masha Amini im Polizeigewahrsam im September selbst eine Protestbewegung ausgelöst, die sich inzwischen unter anderem gegen die Führung des Landes richtet. Damals hatten die Behörden die Solidarität europäischer Länder scharf kritisiert, derselbe Sprecher hatte ein Einmischen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angeprangert.

Erst am Samstag haben tausende Anhängerinnen und Anhänger einer iranischen Exilorganisation in Paris gegen die Führung in Teheran demonstriert. Sie sprachen von einer „religiösen Diktatur am Rande des Zusammenbruchs“. Es brauche eine Demokratie, die Demonstration in Frankreich würde die Moral der Menschen im Iran stärken. Laut der Pariser Polizei nahmen ungefähr 3500 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern an der Demonstration teil.

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