Sechs Jahre Haft

Dealer hielt Cobra-Beamte mit „Scorpion“ in Schach

Kärnten
13.06.2023 17:00

Im April des Vorjahres ist ein Kärntner (28) bedingt aus der Haft entlassen worden, wo er sitzen musste, weil er mitten in Klagenfurt tödliche Giftschlangen gehalten hatte - und nur Wochen später zog er ein Großgeschäft mit Rauschgift auf! Als ihn die Cobra neuerlich verhaften wollte, griff er zur Maschinenpistole.

Gerichtskiebitzen ist Herr D. noch in bester Erinnerung: Ende 2021 musste er sich vor Richterin Ute Lambauer dafür verantworten, dass er elf tödliche Giftschlangen in Plastikboxen bei sich zu Hause hatte. Wegen Tierquälerei und Gemeingefährdung kam er hinter Gitter, allerdings nicht für lange: „Man wollte ihm eine Chance geben und hat ihn bedingt entlassen. Leider hat er sie nicht genutzt“, muss auch sein Verteidiger Rudolf Mayer zugeben. Denn kaum in Freiheit geriet der Schlangenfan wieder in dunkle Kreise - bei der Drogenmafia.

„Insgesamt hat er mehr als 19 Kilogramm Cannabis und 2,2 Kilogramm Kokain verkauft“, listet Staatsanwalt Julius Heidinger auf. „Das sind schon sehr, sehr große Mengen, von denen wir da reden.“ Und der Angeklagte, der immerhin schon sechs Vorstrafen auf dem Kerbholz hat, ist kein schrulliger Reptilien-Sammler mehr, sondern fällt in den Bereich der Schwerkriminalität. Strafdrohung: bis zu 20 Jahre Haft! „Es tut mir leid“, sagt Herr D., der sich ansonsten ungewohnt wortkarg gibt. Vermutlich aus Angst vor Mittätern und Lieferanten.

Drogen-Handy gekocht
Diese Furcht hatte ihn auch dazu veranlasst, sich eine verbotene vollautomatische Maschinenpistole vom Typ Scorpion zuzulegen. „Mit der marschierte er auch zu Drogendeals“, meint der Staatsanwalt. Herr D. gibt alles zu. Als ihm dann Drogenfahnder auf die Schliche kamen und ihn die Cobra verhaften wollte, verschanzte er sich mit der Scorpion in seiner Wohnung. „Ich wollte niemanden etwas tun“, versichert er. „Ich wollte nur Zeit gewinnen.“ Um sein Handy mit den Daten seiner Unterweltkontakte in einem Kochtopf zu kochen und so zu vernichten.

Mit seinem Geständnis erspart er sich eine noch höhere Strafe - die sechs Jahre Haft nimmt er an. Auch seine Eltern scheinen fast erleichtert zu sein. Dabei soll gerade ein Häfnaufenthalt schuld sein, dass Herr D. sein Leben nicht und nicht auf die Reihe bekommt: „Er wurde in der Karlau Zeuge eines Mordes“, schildert die Bewährungshelferin. „Einer sogenannten Übertötung. Das hat ihn schwer traumatisiert. Es ist keine Entschuldigung - aber vielleicht eine Erklärung.“

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