Beim Geschenkeverteilen am Weihnachtsvorabend läuft mittlerweile alles wie geschmiert, seit Weihnachtsmannsohn Steve das ganze Prozedere technisch aufgerüstet hat und mittels einer Armee an Weihnachtswichteln und eines High-Tech-Raumschiffs computergesteuert zwei Milliarden Präsente ausbringt. Das Gefühl für das Fest der Liebe fehlt dem Manager jedoch völlig, was vor allem dem pensionierten Opa Weihnachtsmann die Zornesröte ins Gesicht treibt, der von den guten alten Zeiten mit seinem Schlitten schwärmt.
Bruder Arthur hat den "Christmasspirit" sehr wohl, ist dafür aber ein pubertätsgeplagter Tollpatsch. Noch dazu will Papa Weihnachtsmann auch nach der 70. Saison nicht zurücktreten. Als dann aller Technik zum Trotz ein Geschenk nicht ausgeliefert wird und die High-Tech-Generation von Nachlieferungen nichts hält, machen sich Opa und Arthur im alten Schlitten samt Rentieren auf, das letzte Präsent auszuliefern.
Es entspinnt sich in rasantem 3D eine Weltreise von Afrika über Kuba (Opas alte Karten sind nicht mehr auf dem neuesten Stand). Begleitet wird das Abenteuer in der Zentrale am Nordpol via Videoleinwand von den Weihnachtswichteln, die an die Gnome aus "Ronja Räubertochter" gemahnen und schlicht zum Knuddeln sind. So adressiert der Animationsstreifen mit herzallerliebsten Figuren, rasanter Action und Körperhumor die jüngeren Zuschauer in Erwartung des Heiligen Abends.
Weihnachtsspaß für die ganze Familie
Zugleich flechtet "Arthur Weihnachtsmann" auf Metaebene zahlreiche Anspielungen für die politisch gebildeten Begleitpersonen ein, die bereits die Entwicklung vorausahnen können, wenn der Weihnachtsmann vor einem "Mission Accomplished"-Banner das Verteilen der Geschenke für beendet erklärt: Diese Mission ist noch nicht vorbei. Auch dass die vom vermeintlichen UFO - vulgo Opas altem Schlitten - aufgeschreckten Sicherheitskräfte von einer Dame angeführt werden, die frappant an Condoleezza Rice gemahnt, ist wohl kein Zufall.
Der vermeintliche Kinder-Weihnachtsfilm sinniert darüber hinaus über das Älterwerden, wenn er Opas Pensionsprobleme beleuchtet, oder über die Entscheidung zum Gang in den Ruhestand, auch wenn die eigene Frau beginnt, wie Queen Elizabeth II. auszusehen. Und zugleich gestaltet sich "Arthur Weihnachtsmann" als klassische Coming-of-Age-Geschichte, bei der sich Arthur auf seine Führungsfähigkeiten besinnen muss. Mithin ein (Weihnachts-)Fest für die ganze Familie.








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