Es geht um keinen Geringeren als den englischen Dramatiker William Shakespeare (1564-1616) - und die umstrittene These einiger Forscher, dass der Dichter seine Werke gar nicht selbst geschrieben hat. Bei Emmerich ist von Anfang an klar, dass hinter Stücken wie "Romeo und Julia", "Wie es euch gefällt", "Julius Cäsar" und "Hamlet" der Adelige Edward de Vere, Graf von Oxford, steckt - gespielt von "Notting Hill"-Star Rhys Ifans.
Weil sich das Schreiben von Theaterstücken in dieser gesellschaftlichen Schicht einfach nicht ziemt, will der Graf von Oxford seine Werke unter einem fremden Namen veröffentlichen. Dafür guckt er sich einen der ehrgeizigen Nachwuchsdramatiker aus, die ihre Tage in London zwischen Pub und Theater zubringen. Wie durch einen Zufall wird ein Wein, Weib und Gesang zugetaner Schauspieler, nämlich jener William Shakespeare (gespielt von Rafe Spall), zum Autor von de Veres Stücken gekürt und lässt sich fortan feiern.
Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Roland Emmerich kombiniert die Frage nach der Identität des englischen Dramatikers mit politischen Intrigen im Elisabethanischen Zeitalter und präsentiert uns eine verwegene Mischung aus dreist-cineastischer Spekulation und kühner Interpretation historischer Ereignisse, dargelegt in extrem verschachtelten Rückblenden. Dass das Schauvergnügen dennoch ein opulent-schwelgerisches ist, liegt an der prachtvollen Ausstattung dieses rund um die Macht des Wortes konstruierten Epos, das letztlich nicht so sehr fieser Frevel am Denkmal Shakespeare als vielmehr ein veritables Königsdrama ist. Vanessa Redgrave besticht als umstrittene Regentin Elizabeth I.








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