Im Nationalteam hat Janko seine Position im Sturmzentrum zuletzt mit einem Doppelpack beim 4:1 in Aserbaidschan gefestigt. Ansprüche auf das Kapitänsamt erhebt er unter dem neuen Teamchef Marcel Koller aber keine. "Es wäre eine große Ehre, aber ich brauche es nicht unbedingt für mein Ego", erklärte der 23-fache Internationale, der von Vorgänger Dietmar Constantini trotz der Schleife nicht immer das Vertrauen erhalten hatte.
"In eine Führungsrolle muss man auch hineinwachsen. Das war in der Vergangenheit nicht möglich", erinnerte Janko. Teilweise sei er verletzt gewesen. "Teilweise durfte ich nicht spielen - aus welchen Gründen auch immer." Mit Koller will Janko bei der nächsten ÖFB-Zusammenkunft vor dem Länderspiel in der Ukraine ein ausführliches Gespräch führen. Derzeit stehe er mit dem neuen Teamchef in regelmäßigem SMS-Kontakt.
Empörungsreflexe für Janko unverständlich
Die harte öffentliche Kritik an der Bestellung des Schweizers kann Janko nicht nachvollziehen. "Der Teamchef hat aufgrund der ersten Reaktionen wenig Kredit, ohne ein einziges Spiel bestritten zu haben. Das verstehe ich nicht", betonte der Angreifer. "Von uns hat er 100-prozentige Unterstützung. Jeder, der diese Kritik geäußert hat, sollte sich selbst hinterfragen", meinte Janko. "Das hat auch viel mit persönlichen Eitelkeiten zu tun."
"Keine Durchhalteparolen mehr"
Diese will auch er selbst hintanstellen, um mit dem Team zur WM 2014 nach Brasilien zu fahren. "Man wird von mir keine Durchhalteparolen mehr hören", versprach Janko. "Ich traue das der Mannschaft allemal zu." Vorerst gelte es aber für jeden, an seinen Schwächen zu arbeiten und sich beim Klub Woche für Woche zu beweisen. Das tut Janko in Enschede. Derzeit hält er bei zehn Ligatoren, drei davon am Wochenende gegen Aufsteiger Waalwijk (4:0).
"Schieße regelmäßig wichtige Tore"
In schwierigen Zeiten ist es mittlerweile auch Janko, der bei Twente die Probleme anspricht. "Ich schieße regelmäßig auch wichtige Tore. Wenn man seine Leistung bringt, hat man automatisch mehr Gehör und ein besseres Standing", erklärte der Niederösterreicher. "Das musste ich mir aber erarbeiten." Janko war im Sommer 2010 für kolportierte 6,5 Millionen Euro als teuerster Einkauf der Klubgeschichte von Salzburg nach Enschede gewechselt.
In der Liga fehlen dem Tabellendritten zwei Punkte auf Leader Alkmaar, am Donnerstag geht es in der Europa League in Dänemark gegen Odense BK weiter. "Das ist eine wichtige Phase für uns", betonte Janko. Bis Weihnachten stehen inklusive Ländermatch mit einer Ausnahme praktisch jede Woche zwei Spiele an. Physisch fühlt sich der 1,96-Meter-Stürmer dafür bereit. "Von der letzten Saison bin ich das schon ein bisschen gewohnt", erinnerte Janko.
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