BMW-Werk Steyr besucht

Nehammer und ÖVP: Mit Vollgas aus dem Umfragetief?

Politik
18.04.2023 20:01

Vor dem „Autogipfel“ am Mittwoch hat Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag das BMW-Werk in Steyr in Oberösterreich besucht (siehe Video oben). Die „Krone“ war vor Ort dabei.

Unermüdlich trommelt Nehammer eine Botschaft: Der grüne Verbrennungsmotor - sprich ein Motor, der mit umweltfreundlichen E-Fuels betankt wird - sei für den Kanzler die Zukunft der Mobilität.

Kanzler besuchte BMW-Werk in Steyr
Angesichts von Nehammers inhaltlicher Positionierung mutet der Auftakt seiner „Autoshow-Woche“ fast wie eine Themenverfehlung an. Die erste Station war am Dienstag das BMW-Werk in Steyr.

Ausgerechnet dieser Standort investiert keinerlei Energie in die Entwicklung für den grünen Verbrennermotor. Ganz im Gegenteil: BMW nimmt eine Milliarde Euro für die Transformation in die Hand, um am Standort ab 2025 Elektroantriebe produzieren zu können. „Österreich ist ein Autoland. In dieser Frage gibt es kein Entweder-oder, sondern nur ein Und“, argumentiert Nehammer den Besuch im BMW-Werk.

„In der Mobilität darf es keine Denkverbote geben"
300.000 Mitarbeiter seien in Österreich an der Herstellung von Autos beteiligt. Angesichts dieser Zahlen gelte es, den Produktionsstandort abzusichern, betonte Nehammer. „Daher darf es in der Mobilität keine Denkverbote geben.“

4500 Mitarbeiter sind aktuell bei BMW Steyr tätig. (Bild: Markus Wenzel)
4500 Mitarbeiter sind aktuell bei BMW Steyr tätig.

Für den Bundeskanzler ist es geradezu fahrlässig, dass sich Europa wieder in die Abhängigkeit von China bei der Batterieproduktion begeben will, weil die Weltmacht auf dem Schatz der seltenen Erden sitze und das europäische Erfolgsmodell - der Verbrennungsmotor - nicht weiterentwickelt wird.

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Österreich ist ein Autoland. In dieser Frage gibt es kein Entweder-oder, sondern nur ein Und.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP)

Nur wenige Tage vor Nehammers Besuch war Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) auf Tour durch das Werk von Steyr Automotive. Sie überzeugte sich von der Leistungsfähigkeit von Elektro-Lkw.

Auch Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) besuchte unlängst das BMW-Werk in Steyr. (Bild: Markus Wenzel)
Auch Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) besuchte unlängst das BMW-Werk in Steyr.

Die Grünen sind sauer
Fast ist ein Wettstreit zwischen ÖVP und Grünen ausgebrochen, wer auf die bessere Mobilitätstechnologie für die Zukunft setzt. Die Umweltministerin ist sauer, weil beim Autogipfel im Kanzleramt am MIttwoch kein Experte aus ihrem Ministerium eingeladen ist.

„Brumm-brumm“-Kanzler hat freien Fall gestoppt
Was aber bringt es Nehammer, sich als Auto-Kanzler zu positionieren? „Indem er Kanten gezeigt hat, hat er den freien Fall der ÖVP bei den Umfragen gestoppt“, so Politik-Experte Thomas Hofer. Die ÖVP-Wähler haben zudem nicht mehr das Gefühl, dass die Türkisen vom Juniorpartner am Nasenring durch die Manege geführt werden.

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