Es wird jeden Tag absurder: Abgeordnete der US-Regierung haben sich offenbar mit einer Gruppe Separatisten in der Provinz Alberta im Westen Kanadas getroffen, um eine „Unabhängigkeit“ der riesigen Region zu diskutieren. Selbst eine Finanzierung steht im Raum. Das Vorgehen sorgt in Kanada für immense Aufregung.
Laut „Financial Times“ trafen sich Trump-Beamte mehrfach mit Separatisten aus Alberta, die die Unabhängigkeit der Provinz anstreben. Seit April fanden drei Treffen statt, ein weiteres ist für Februar geplant.
Thema sei auch ein Kreditrahmen in Höhe von 500 Milliarden US-Dollar für ein unabhängiges Alberta. Die Separatistengruppe Alberta Prosperity Project (APP) soll 177.000 Unterschriften für ein Referendum sammeln. APP-Mitgründer Jeff Rath zeigte sich begeistert: „Die USA unterstützen ein freies Alberta.“ Die US-Regierung wiegelte ab, leugnete die Treffen aber nicht.
US-Regierung bestätigt Gespräche
Ein Sprecher des Außenministeriums sprach von Routinegesprächen – ohne Zusagen. Das Weiße Haus und das Finanzministerium bestreiten konkrete Angebote. Doch in Kanada schlägt die Nachricht Wellen. Vor dem Hintergrund, dass US-Präsident Trump dem nördlichen Nachbarn wiederholt mit einer Annexion gedroht hat, sind die Treffen besonders brisant.
Kanadas Premier Mark Carney forderte Respekt für Kanadas Souveränität: „Das erwarte ich von der US-Regierung.“ David Eby, Premierminister von British Columbia, nannte die Treffen „Verrat“ (siehe Tweet oben). „Um Hilfe bei der Spaltung Kanadas zu bitten, ist untragbar“, sagte er in Ottawa.
Öl spielt schon wieder eine Rolle
Die Separatisten lassen sich davon nicht beirren. Die APP-Kampagne zur Unterschriftensammlung läuft. Während die Spannungen zwischen Ottawa und Washington wachsen, bleibt die Frage: Wie weit geht die Unterstützung der USA für Albertas Separatisten?
Alberta ist eine ölreiche Provinz im Westen Kanadas, die ungefähr so groß ist wie Texas. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte kürzlich in einem Interview mit dem rechtsgerichteten Fernsehsender Real America‘s Voice, Alberta sei ein „logischer Partner für die USA“.
„Sie verfügen über großartige Ressourcen. Die Einwohner Albertas sind sehr unabhängige Menschen“, sagte er und fügte hinzu, er habe gehört, dass es bald ein Referendum geben könnte. „Die Menschen wollen Souveränität. Sie wollen das, was die USA haben.“ Bessent behauptete, Kanada werde Alberta nicht erlauben, eine Ölpipeline zum Pazifik zu bauen, und sagte: „Ich denke, wir sollten sie in die USA kommen lassen.“
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