Die Grazer Opernredoute wird in wenigen Stunden mit einer imposanten Choreografie eröffnet. Über hundert Debütanten und Debütantinnen haben hierfür wochenlang trainiert. Drei Tanzpaare erzählen von dem Nervenkitzel.
Für sie ist es einer der aufregendsten Abende ihres Lebens: 56 Polonaise-Paare eröffnen auch heuer wieder die Redoute mit einer schwungvollen Einlage. Da gehören zittrige Finger und etwas Lampenfieber dazu. Die Stimmungslage vor ihrem Auftritt? „Die vielen Lichter und das ganze Funkeln sind schon beeindruckend“, meint Victoria Binder (19).
Voller Vorfreude, nur mit etwas Bauchweh vor dem Cha-Cha-Cha, bestreitet sie mit Valentin Rinner (18) an ihrer Seite den Abend. „Meine ganze Familie ist heute dabei – auch die Tanten und Cousinen“, sagt der Sohn von Bühnen-Graz-Chef Bernhard Rinner.
Apropos Familie: Mit Anna Kornhäusl mischt sich auch die Tochter von Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl unter die Tanzpaare. „Mein Papa hat selbst schon die Opernredoute eröffnet – und ich bin eine begeisterte Tänzerin.“ Mit nur 15 Jahren zählen sie und ihr Tanzpartner Bernd Fruhmann zu den jüngsten Debütanten. „Das ist der schönste Ball der ganzen Steiermark, da muss man einfach mittanzen!“
Eine Choreografie mit Feuer und Temperament
Und auch choreografisch hat es die Polonaise in sich. Der bedächtige Einzug zu „Libiamo, ne’ lieti calici“ aus Giuseppe Verdis „La traviata“ wandelt sich erst zum klassischen Dreivierteltakt und dann zu schwungvollen Schritten und imposanten Hebefiguren.
„Für mich sind die Hebefiguren herausfordernd, weil mir teilweise die Kraft fehlt“, gestand Fabienne Knolly vorab. Die 18-Jährige wirbelt heute Abend im Smoking Nadine Kogler durch die Luft, deren Tanzpartner keine Zeit hatte. Nach Mitternacht wird aber auch sie ins Kleid wechseln.
Was am Tag danach bleibt, ist ein funkelndes Andenken: „Ich bin begeistert von dem goldenen Krönchen – ich fühle mich wie eine Prinzessin“, sagt Victoria. Auch die Manschettenknöpfe werden wieder getragen, sind sich die jungen Herren sicher.
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