Geheimdienst warnt:

„Putin plant Raketenangriffe zum Jahreswechsel“

Ausland
31.12.2022 15:00

Nach Informationen des britischen Geheimdienstes könnte Russlands Präsident Wladimir Putin die Ukraine zum Jahreswechsel mit einer neuen heftigen Raketenangriffswelle erschüttern. Nach ukrainischen Angaben bereite Russland zudem eine neue Mobilisierungswelle im eigenen Land vor. Diese soll ab dem 5. Jänner beginnen, wie der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes mitteilte.

Nach Einschätzung britischer Militärexperten könnten die russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur über den Jahreswechsel intensiviert werden. Das geht aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg am Samstag hervor.

Demnach erfolgten die Schläge bisher in Abständen von sieben bis zehn Tagen. „Russland wird dieses Muster beinahe sicher fortsetzen, um die ukrainische Luftverteidigung zu überfordern“, so die Mitteilung.

Im Dezember erschütterten zahlreiche Raketenschläge die Ukraine. (Bild: The Associated Press)
Im Dezember erschütterten zahlreiche Raketenschläge die Ukraine.

Aber es gebe „eine realistische Möglichkeit“, dass Russland in den kommenden Tagen zusätzlich noch einmal zuschlage, „um die Moral der ukrainischen Bevölkerung über die Neujahrsperiode zu brechen“, hieß es weiter. Tote, Verletzte und Luftalarm im gesamten Land gab es jedenfalls auch am Samstag, berichtete Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko.

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Es gibt eine realistische Möglichkeit, dass Russland in den kommenden Tagen zusätzlich noch einmal zuschlägt, um die Moral der ukrainischen Bevölkerung über die Neujahrsperiode zu brechen.

Bericht des Verteidigungsministeriums in London

Kiews Verteidigungsminister Olexij Resnikow warnte unterdessen mit einem Video in russischer Sprache vor einer neuen Mobilmachung durch den Kreml schon zu Jahresbeginn. Es gebe die Wahl, sich der Einberufung zum Kriegsdienst zu entziehen oder in der Ukraine zu sterben oder zum „Krüppel“ zu werden, sagte Resnikow in dem Youtube-Video.

Kiew warnt Russen: Putin schließt die Grenzen
Hunderttausende Russen hatten im Herbst das Land verlassen, um sich der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung zu entziehen.

Putin hatte zuletzt gesagt, es sei keine neue Mobilmachung nötig. „Ich weiß genau, dass ihr noch eine Woche habt, um eine Wahl zu treffen“, behauptete nun Resnikow. Dann würden die Grenzen geschlossen, damit niemand das Land verlassen könne.

„Bewusst werden, dass der Kreml den Krieg verloren hat“
Die Feiern zum neuen Jahr seien ein guter Anlass, darüber nachzudenken und sich bewusst zu werden, dass der Kreml den Krieg verloren habe, sagte der ukrainische Minister. Es gebe nichts, wofür es sich lohne zu kämpfen. Der Minister zählte in seiner wie eine Neujahrsansprache gehaltenen Rede die Vielzahl an russischen Niederlagen in diesem Jahr auf. Er erwähnte etwa den Untergang des Flaggschiffs „Moskwa“ der russischen Schwarzmeerflotte und die Explosionen auf Militärflugplätzen im russischen Hinterland.

300.000 Reservisten wurden im September/Oktober für den Krieg in der Ukraine eingezogen. (Bild: AP)
300.000 Reservisten wurden im September/Oktober für den Krieg in der Ukraine eingezogen.

Mehr als 100.000 Soldaten habe Russland schon verloren in diesem Krieg, sagte Resnikow. „Wenn das der Plan war, nur die Feinde Russlands hätten ihn so erstellen können“, sagte er mit Blick auch auf den Verlust von Moskaus Ansehen in der Welt.

„Wir verteidigen unsere Erde“
Der Minister warf der Führung in Moskau vor, immer neue Mobilisierungswellen zu planen, um nicht die Niederlage in der Ukraine einzugestehen, um sich weiter an der Macht zu halten und nicht für die vielen Kriegsverbrechen einstehen zu müssen. Resnikow sagte, er spreche nicht nur als Minister, sondern auch als Jurist. „Je länger der Krieg dauert, desto schwerer werden die Folgen für die einfachen Menschen, für die einfachen Russen“, sagte er. Generationen in Russland müssten für die angerichteten Schäden aufkommen. Die Ukraine aber werde nicht aufgeben. „Wir verteidigen unsere Erde.“

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