Ärger über eine Oma im Schneckentempo - Ein Tiroler (52) gab sich vor einer Seniorin als Exekutivbeamter aus und wollte am Zirlerberg „Kollegen“ zur Bestrafung holen. Die Frau war eingeschüchtert, fuhr dann aber weiter und zeigte den aggressiven Mann an. Dieser wurde nun am Landesgericht Innsbruck verurteilt und muss eine Strafe zahlen.
Auf der steilen Straße vom Inntal nach Seefeld hatte es der einheimische Angeklagte an einem Sommerabend eilig. Ausgerechnet da schlich eine Innsbruckerin (66) im Schneckentempo dahin und blieb dann auch noch in einer Ausweiche stehen. Um mit ihrem Enkel „Gämsen zu schauen“, wie die Frau als Zeugin aussagte.
Mein Enkel hat ganz große Augen gemacht, er hat heute noch Angst vor bärtigen Männern.
Die betroffene Oma
Auch Enkel hatte Angst
Wutentbrannt stoppte auch der Angeklagte und behauptete laut ihrer Aussage, er sei von der Polizei. Er werde nun „seine Kollegen“ holen, die eine Strafe verhängen werden. „Mein Enkel hat ganz große Augen gemacht, er hat heute noch Angst vor bärtigen Männern“, erinnerte sich die Frau an das unerfreuliche Zusammentreffen. Sie sei dann kurzerhand eingestiegen, habe zitternd die Tür verriegelt und sei weitergefahren. Später zeigte sie den Schreihals an.
Der Angeklagte wollte sich beim Prozess nicht mehr an exakte Wortlaute erinnern. Den Konflikt mit der Dame räumte er ein, allerdings habe er sich noch nie im Leben etwas Derartiges zuschulden kommen lassen. Die leere Vorstrafenakte bestätigte dies.
Kein schwerer Betrug, weil kein Geld gefordert wurde
Den zunächst angeklagten schweren Betrug sah der Richter letztlich nicht als erwiesen. Denn eine konkrete Geldforderung hatte der 52-Jährige nicht gestellt. Seine Behauptung, er sei Polizist, war aber eine Amtsanmaßung.
Weil der Mann über ein recht gutes Einkommen verfügt, fiel die Geldstrafe mit 3150 Euro (die Hälfte davon bedingt) beträchtlich aus.








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