Fr, 17. August 2018

Hoffer-Ehrentreffer

10.08.2011 22:25

Österreich verliert gegen Slowakei knapp mit 1:2

Österreichs Nationalmannschaft ist die Generalprobe für die finale Phase der EM-Qualifikation missglückt. Die Truppe von Teamchef Dietmar Constantini verlor am Mittwoch vor 13.000 Zuschauern im Klagenfurter Wörthersee-Stadion das Testspiel gegen die Slowakei mit 1:2 und erlitt damit nach dem zuletzt leichten Aufwärtstrend gegen Deutschland und Lettland wieder einen Rückschlag. Für den Ehrentreffer der heimischen Elf sorgte Jimmy Hoffer in Minute 62.

Die ÖFB-Auswahl präsentierte sich zwar über weite Strecken als halbwegs ebenbürtiger Gegner, agierte jedoch im Abschluss mit Ausnahme von Hoffer weit weniger abgebrüht als die Slowaken. Kucka (21.) und Jez (30.) erzielten die Tore für die Gäste, während die Österreicher die eine oder andere gute Chance vernebelten - so etwa in der 11. Minute: Harnik bediente Alaba, der an der slowakischen Abwehr vorbei auf Goalie Mucha zog, allerdings das lange Eck knapp verfehlte.

Im Strafraum der Hausherren wurde es erstmals in der 16. Minute gefährlich, als Gratzei an einer Flanke vorbeisegelte und Alaba die Situation gerade noch bereinigen konnte. Ungeschickter stellte sich fünf Minuten später sein Teamkollege Dragovic an, der nach einem Eckball von Weiss das Kopfballduell mit Kucka verlor - der Ball fand via Stange und Arm von Gratzei den Weg ins Tor.

Erbitterter Kampf um Anschlusstreffer
Dies sollte nicht das einzige unglückliche Gegentor gewesen sein. Jez brachte die Slowaken in der 30. Minute mit 2:0 in Führung, nachdem er beim Pass von Holosko aus knapper Abseitsposition gestartet war. Die ÖFB-Elf kämpfte danach verbissen um den Anschlusstreffer, der bei zwei Gelegenheiten beinahe geglückt wäre. In der 33. Minute scheiterte Harnik mit seinem Kopfball-Aufsitzer an Mucha, in der 37. Minute schupfte der Stuttgart-Legionär den Ball nach einem Solo aus der eigenen Hälfte heraus an Mucha und dem Tor vorbei.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel brachte Constantini Royer für Kulovits. Damit war das abwartende 4-2-3-1 mit zwei Sechsern Geschichte, Alaba ging von links ins Zentrum und dirigierte von dort aus das Spiel der Österreicher, die spätestens mit der Einwechslung von Hoffer für Junuzovic mit einem klassischen 4-4-2 agierten.

Neue Hoffnung durch Hoffer-Kopftor
Die Umstellung sollte sich in der 62. Minute - wenn auch aus heiterem Himmel - bezahlt machen: Klein zirkelte von rechts eine Flanke zur Mitte, wo Hoffer frei zum Kopfball kam und Mucha keine Chance ließ. Für den Eintracht-Frankfurt-Stürmer war es das vierte Länderspiel-Tor, das dritte in Klagenfurt, wo außer ihm in sieben Partien kein Österreicher im ÖFB-Trikot traf.

An dieser Statistik änderte sich nichts mehr, weil die Österreicher wie schon in der ersten Hälfte teilweise gravierende Mängel im Spielaufbau zeigten, bis zum Schlusspfiff trotz Feldüberlegenheit planlos den Ausgleich suchten und das Tor von Hoffer in der 88. Minute zu Recht wegen Abseits aberkannt wurde. So schaukelten die cleveren Slowaken, die bei einem von Gratzei parierten Jendrisek-Volley dem dritten Tor nahekamen (66.), die Führung relativ sicher über die Zeit.

Stimmen zum Spiel
Dietmar Constantini (Teamchef Österreich): "In der ersten Hälfte waren wir vier, fünf Mal in guter Schussposition, wo wir das Tor hätten machen müssen. Dann sind wir aus Nichts hinten gelegen. Eine Niederlage ist nie ein Schritt nach vorne. Wir sind auch selbst daran schuld, wenn wir es nicht schaffen, ein Tor zu machen. Jeder hat bis zur letzten Sekunde für ein Unentschieden gefightet, aber wir haben überhaupt kein Glück gehabt und die Slowaken sind relativ leicht zu ihren Toren gekommen. Wir sind noch immer eine junge Mannschaft, aber das soll keine Ausrede sein."

Vladimir Weiss (Teamchef Slowakei): "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung, bis auf ein paar Fehler, die wir gemacht haben. Die Österreicher waren technisch besser, dafür waren wir besser organisiert. Wir haben sehr viel ausprobiert, der Sieg ist eine sehr gute Motivation für weitere Aufgaben. Viele Ligen haben noch nicht begonnen, daher hat das Spiel nicht so viel Aussagekraft. Ich bin sehr angetan von der Leistung der Österreicher, vor allem von ihren technischen Fähigkeiten. Sie haben im Abschluss Pech gehabt, mit etwas Glück hätten sie auch zwei Tore schießen können. Uns haben 15 bis 20 Minuten gereicht, in denen wir zwei Tore erzielt haben."

Christian Gratzei (Tormann Österreich): "Wir haben eigentlich ganz gut gespielt. Das Gegentor hat uns ein bisschen außer Tritt gebracht. In zehn Minuten haben wir das Spiel verloren. Wir hatten sicher mehr Chancen als die Slowakei und waren eine Spur besser."

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