


Paukenschlag in St. Martin im Mühlkreis in Oberösterreich! Die Gemeinde könnte bald um vier Gasthäuser ärmer sein. Personalnot, Arbeitszeiten am Wochenende, aber auch der Generationenwechsel sind Ursachen dafür.
„Wir ,darennan‘ uns in der Kuchl, weil uns das Personal fehlt“, sagt Heinrich Scheiblhofer. Der Koch und Wirt steht schon zwölf Jahre lange an der Schank des Gasthauses „Tenne“ in St. Martin/Mühlkreis. Weil er kein zuverlässiges Personal mehr bekommt, hat er die Öffnungszeiten bereits auf drei Tage reduziert.
Aber auch damit kommt er an die Grenzen: „Wenn jemand für 60 Leute Mittagessen reservieren möchte, bin ich unsicher, ob ich zusagen soll, weil ich nicht weiß, ob ich ausreichend Personal habe. Das tu’ ich mir nicht mehr an, ich habe zu 99 Prozent den Schlussstrich gezogen“, sagt Scheiblhofer, der am 1. März nächsten Jahres ganz sicher in die Pension geht. Die „Tenne“ sperre voraussichtlich zu, „außer es passiert ein Wunder.“






Schon viel früher, nämlich am 30. September, wird in St. Martin die „Einkehr“ am neu gestalteten Ortskern schließen. „Aufgrund einer Insolvenz“, sagt Bürgermeister Manfred Lanzersdorfer, der einen Nachfolger sucht: „Wir wollen die Belebung des Marktplatzes sichern.“
„Nicht der Lohn, sondern Wochenende ist Problem“
Im Gasthaus Wöhrer übernimmt die jüngere Generation. „Wir sperren sicher nicht zu!“, heißt es aus dem Betrieb. Bäckerei und Kegelbahn bleiben, auch ein Gastro-Bereich ist geplant. Nur vom Saal des früheren Gasthauses wird man sich trennen, dieser könnte für den Sozialbereich genützt werden. „Wir denken an eine Tagesstätte für Senioren“, sagt Lanzersdorfer. Auch das Gasthaus „Zum Brunnen“ wurde verkauft, hier ist ungewiss, wie es weitergeht.
Von einem „Wirtesterben“ will der Bürgermeister ebenso wenig wissen, wie Thomas Mayr-Stockinger, Wirtesprecher in OÖ: „Die Anzahl der Gastrobetriebe ist gleich, sie steigt sogar.“ Denn die nächste Generation übernehme zwar, die Jungen, machen jedoch aus großen Traditionsbetrieben lieber Bistros oder Streetfood-Stände mit weniger Personal auf. Die traditionelle Landgastronomie erlebt harte Zeiten: „Nicht der Lohn ist das Problem, sondern die Wochenendarbeit. Das wollen viele nicht mehr.“









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