GUTEN MORGEN

Alexander I. | Auf Reisen

Ein bemerkenswertes Zitat eines Briten zum Königswechsel, das nicht nur vom deutschen „Spiegel“ weiterverbreitet wurde: Großbritannien habe, meint der Pro-Europäer Peter Packham, nun einen Staatschef, der durch Zufall, nämlich Geburt, in Amt und Würden gelangte. Und eine Regierungschefin, die nur von 81.000 Leuten gewählt wurde. Aber Gott sei Dank habe man die ach so undemokratische EU verlassen. Man schmunzelt. Ja, stimmt, Charles ist nur durch Erbfolge erwählt. Ja, stimmt, Liz Truss wurde bloß von 81.000 Mitgliedern ihrer Partei gewählt. So demokratisch gebildet wird also die Spitze der ältesten Demokratie. Wirklich ein Grund zum Schmunzeln für uns Österreicher? Nein! Zwar wird der Präsident hierzulande nicht schon als solcher geboren. Aber viel mehr zu reden als Elizabeth II oder Charles III hat der gewählte Alexander I. auch nicht. Und der Bundeskanzler? Nicht einmal gewählt von Parteimitgliedern, sondern lediglich vom ÖVP-Parteivorstand bestellt. Er regiert unterdessen das Land mit einer Koalition, die laut Umfragen höchstens noch das Vertrauen eines Drittels der Österreicher genießt. Volksabstimmungen und Volksbefragungen? Fehlanzeige. Nicht einmal Volksbegehren werden von der Regierung ernst genommen. Nein, auch Österreich taugt nicht zum demokratischen Vorbild. Auch wenn wir unseren „König“ selber wählen dürfen.

Auf Reisen. Dieser Alexander I. - er geht wieder auf Reisen. Nachdem er in der abgelaufenen Woche schon Rom beehrt hatte geht es heute nach London, wo er morgen am Begräbnis von Queen Elizabeth II teilnimmt, um von dort nach New York zur UNO-Generalversammlung weiterzufliegen. Das Treffen der politischen Welt sei für den Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen ein „Heimspiel“, schreibt heute „Krone“-Außenpolitiker Kurt Seinitz, selbst Stammgast bei den UNO-Generalversammlungen seit vielen Jahren. Van der Bellen hat mehrere Treffen mit Staatsoberhäuptern, darunter mit Präsident Erdoğan, am Plan. Ebenfalls in New York anzutreffen sein wird Bundeskanzler Karl Nehammer, der dort vor allem mit Amtskollegen zusammentreffen wird, deren Staaten Ausgangspunkt oder Transitland von illegaler Migration sind, wie unter anderem Irak, Pakistan oder Serbien. Während auch Außenminister und Ex-Kanzler Alexander Schallenberg nach New York reist, jettet Umweltministerin Gewessler nach Washington und Pittsburgh. „Die Staatsspitze macht also den Abflug“, kommentierte „Krone“-Autorin Conny Bischofberger die verreisenden Politiker. Das finden auch einige unserer Leserbriefschreiber in Zeiten wie diesen nicht wirklich vorbildlich. Die Politiker, so meinen sie, hätten doch hierzulande genug zu tun. Stimmt natürlich zu einem gewissen Grad. Allerdings meinen spitze Zungen ohnehin, die Herren (und die Dame) würden zu Hause gar nicht so fehlen…

Einen schönen Sonntag!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit

Mehr Nachrichten

Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt