Steigende Kosten und ausbleibendes Publikum belasten Theater enorm. Ohne Hilfen stehen kleinere Bühnen bald vor der Pleite.
Die Kulturbranche hat sich noch nicht einmal von den Folgen der Corona-Pandemie erholt, und schon bricht die nächste Krise herein. Vor allem die kleinen Kulturinstitutionen leiden enorm an den Folgen der Inflation und dem Energiepreisschock. So auch das Theater Drachengasse in der City. „Unsere Ausgaben steigen, aber die Kartenpreise können wir nicht anheben“, sagt die Leiterin Katrin Schurich.
Wir warten noch auf die Vorschreibung, aber ich rechne mit zwei- bis dreimal so hohen Energiekosten. Eigentlich müssten wir den Ticketpreis verdoppeln, aber dann würden die Besucher wiederum ausbleiben.
Katrin Schurich, Künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin bei Theater Drachengasse
SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek erklärt das Dilemma: „In den meisten Fällen können Preissteigerungen, besonders die explodierenden Energiekosten, nicht mit steigenden Kartenpreisen wettgemacht werden, weil die Ticketverkäufe ohnehin schon zurückgegangen sind und sonst das Publikum noch mehr ausbleibt.“
In den meisten Fällen können Preissteigerungen, besonders die explodierenden Energiekosten, nicht mit steigenden Kartenpreisen wett gemacht werden.
SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek
Die Gründe für die geringe Auslastung von oft nur einem Drittel sieht Kulisse-Geschäftsführerin Alexa Ötzlinger in der fortwährenden Verunsicherung durch die Pandemie und den gestiegenen Lebenserhaltungskosten. „Wir steuern einer Zeit entgegen, in der Kultur ein Luxusgut wird.“, sorgt sich die Betreiberin.
Ein weiterer Knackpunkt: Unterstützung von der Politik gibt es bislang keine. Noch schlimmer, 2023 will der Bund die Mittel für die Kulturbranche um 4,6 Prozent vor kürzen. Die SPÖ fordert deshalb eine zehnprozentige Erhöhung der Förderbeträge. „Wenn die Politik nichts für die Szene unternimt, werden kleine Kulturinstitutionen wie die “Kulisse„ kein Jahr mehr überleben“, alarmiert Ötzlinger.











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