Krankenstand, der neue Rücktritt! So schadenfroh und gehässig wurde Ende Juni der Rückzug des Vorarlberger Landeshauptmannes in den sozialen Netzwerken kommentiert. Am Montag ist Markus Wallner bei der Herbstklausur seiner Partei erstmals wieder auf der politischen Bühne erschienen. Und straft jene Lügen, die ihn durch die Anschuldigungen in der Causa Wirtschaftsbund schon politisch am Ende sahen. Er wird möglicherweise noch im September in sein Amt zurückkehren.
Es ist bemerkenswert, mit welcher Konsequenz sich Wallner in den letzten elf Wochen ausschließlich seiner Genesung widmete. In aller Stille legte hier ein Spitzenpolitiker die Bürde seines Amtes ab, um als Mensch wieder zu Kräften zu kommen. Beim Radfahren und Wandern, im Kreis seiner Familie und Freunde, weit weg von der Tagespolitik.
In Deutschland haben zuletzt mehrere Politiker ihre Erschöpfung öffentlich gemacht. Sie sprachen vom hohen Erwartungsdruck, medialer Dauerpräsenz, von permanenter Beschleunigung und einem damit einhergehenden Gefühl der inneren Leere. Das erinnert an den ehemaligen Gesundheitsminister Rudi Anschober, den der Politikbetrieb krank gemacht hat. Sein Rückzug war der Start in ein neues Leben.
Schwäche zu zeigen ist eine große Stärke. Sich ganz zurückzunehmen eine große menschliche Leistung. In das politische System zurückzukehren wie Markus Wallner ist jedenfalls mutig. Denn dort wird ihm nichts geschenkt werden.









Kommentare
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).