Das Transitforum Austria-Tirol unter Fritz Gurgiser sieht den neuen Vorstoß rund um die Korridor-Maut auf der Brennerroute nur als Wahlkampf-Schmäh im Vorfeld der Tiroler Landtagswahlen. Die Eindämmung des Transits scheitert auch an unseren nördlichen und südlichen Nachbarn, wie Gurgiser Punkt für Punkt aufzeigt.
Die Jahre verrinnen, das Transitproblem bleibt: Tirol, Südtirol und Bayern forderten nun in einem gemeinsamen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Umsetzung der viel debattierten Korridor-Maut, die den Transit verteuern soll. Auf die Inbetriebnahme des Brenner-Basistunnels (voraussichtlich 2032) dürfe nicht gewartet werden, heißt es.
Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher will darüber hinaus ein „Buchungssystem“ für Lkw-Fahrten über die Brennerachse. Mit dem Motto: Wer mehr fährt, zahlt auch mehr.
Die Vorschläge haben einen Bart bis zum Erdmittelpunkt.
Fritz Gurgiser
Ewiges Leiden in Gärten und auf Balkonen
Für Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser ist das alles nur Geplänkel im Vorfeld der Landtagswahl. „Die Vorschläge haben einen Bart bis zum Erdmittelpunkt. Doch Ankündigungen helfen jenen Autobahn-Anrainern nichts, die seit Jahrzehnten ihre Gärten, Terrassen und Balkone nicht nützen können.“ Besonders schlimm sei, wenn Kinder zu ihren Eltern sagen: „Hier möchte ich nicht mehr wohnen, wenn ich einmal groß bin.“
Fehlende Hausaufgaben der Nachbarn
Gurgiser verweist auf ungenutzte Möglichkeiten vor allem bei den Nachbarn: Die „Sozialmaut“ von nur 16 bzw. 18 Cent pro Lkw-Kilometer um 60 Cent zu erhöhen, konkret auf der Strecke Rosenheim-Kufstein und Brenner-Verona. Dort fehle nach wie vor ein Nachtfahrverbot und ein Fernhalten von klassischen „Bahn-Gütern“ von der Straße. Alle drei Staaten müssten zudem ein digitales Dosiersystem auf der Gesamtstrecke verwirklichen. „Stattdessen kommen Klagsdrohungen wegen der gesetzeskonformen Blockabfertigung bei Kufstein“, schäumt der Transitforum-Chef.
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