08.07.2022 12:00 |

Hype um Minibrücke

Olpererbrücke: Fotoknipser blockieren Wanderweg

Die Olpererbrücke im Tiroler Zillertal ist ein begehrtes Fotomotiv. Touristen in Kleidchen und Flipflops stehen zum Unmut der Wanderer Schlange. So spektakulär, wie man denkt, ist die Brücke aber gar nicht ...

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Für Instagram-User und Influencer ist die Olpererbrücke alias Kebema Panoramabrücke einer der Tiroler Fotohotspots schlechthin. „Da stehen Leute oft ein bis zwei Stunden an, um ein Foto zu machen“, erzählt Stefan Mariacher. Der Schlosser führte gemeinsam mit seinen Kollegen von der ARGE Höhenwege kürzlich die Sanierung durch. Holzplatten wurden durch Gitterrost ersetzt - weil das Holz morsch und rutschig war und wegen der „Menschenmassen, die drübergehen“.

Durch den Bach statt über die Brücke
Der Hype um die Brücke ist für ihn übertrieben: „Es schaut so gut aus, als würde die Brücke über den Schlegeisstausee drübergehen. Aber das ist ja nicht der Fall.“ Tatsächlich befindet sich die kleine Brücke rund zwei Meter oberhalb eines Hochgebirgsbaches.

Aufgrund der vielen Fotografen könne die Brücke jedoch ihren Sinn und Zweck oft nicht mehr erfüllen: „Für Wanderer ist es nicht mehr möglich, über die Brücke zu gehen. Die müssen sich irgendeinen Weg durch den Bach suchen.“ Sogar zu Streitereien und Handgreiflichkeiten sei es schon gekommen. Polizeieinsätze gab es bisher aber noch keine.

Anders als erwartet: Aufstieg statt Autofahrt
Jedoch kommt es immer wieder zu Einsätzen der Bergrettung - wegen der Influencer und natürlich auch wegen der Wanderer. „In den vergangenen zwei bis drei Jahren waren es jährlich etwa zehn“, sagt Christian Eder von der Bergrettung Grinzling. Gründe waren etwa Ausrüstung und Überschätzung: „Es sind doch 600 Höhenmeter vom Stausee zur Brücke und viele wissen nicht, dass sie im Hochgebirge sind und man da nicht mit dem Auto hinfahren kann.“ Auch er weiß von „Besetzungsaktionen“.

Schlosser Mariacher schildert: „Ein normaler Wanderer braucht eineinhalb Stunden rauf, aber da sind Leute dabei, die brauchen fünf bis sechs Stunden.“ Eder spricht von zweieinhalb. Manuel Daum, Pächter der nur einige Meter entfernten Olpererhütte, zeichnet ein anderes Bild: „Die meisten sind gut ausgerüstet und ziehen sich das Kleid erst auf der Hütte an.“ Von Auseinandersetzungen weiß er nichts.

Tausende Einträge auf Instagram
Übrigens: Im sozialen Netzwerk Instagram finden sich unter dem Hashtag „Olpererhütte“ mehr als 23.800 Einträge, bei „Olperer Brücke“ sind es über 1600. Der Großteil der Bilder zeigt ein Motiv: Menschen in hübschen Outfits auf der Brücke. Zum Vergleich: Zum „Solsteinhaus“ gibt es nur knapp über 900, zur „Seegrube“ 15.200 Beiträge.

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