Bundesbank-Vorstand:

Digital-Euro wichtig für strategische Souveränität

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06.07.2022 08:55

Die Deutsche Bundesbank hat in der Debatte um einen digitalen Euro auf die strategische Relevanz einer solchen Digitalwährung hingewiesen. „Ein digitaler Euro für den Alltagszahlungsverkehr, der sich in digitale Ökosysteme einbinden lässt, wäre für die strategische Souveränität im europäischen Zahlungsverkehr von großer Bedeutung“, sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz am Dienstag in einer Rede zu einer Veranstaltung der deutschen Notenbank in Mainz.

Bisher gebe es keine einfache und europaweit einsetzbare Zahlungslösung von europäischen Anbietern, so Balz. Ein digitaler Euro könnte allen Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang zu einem sicheren und effizienten digitalen Zahlungsmittel ermöglichen. „Mehr als 340 Millionen Menschen könnten damit im gesamten Euroraum bezahlen.“

Euro-Bargeld werde natürlich weiter von der Notenbank angeboten, führte Balz aus. Einsatzfelder für den digitalen Euro seien vor allem das Bezahlen an der Ladenkasse, im Online-Handel, Zahlungen von Person zu Person sowie der Zahlungsverkehr mit staatlichen Stellen.

Derzeit prüfen rund um den Globus Notenbanken die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Die Europäische Zentralbank hat im vergangenen Herbst eine zweijährige Untersuchungsphase eingeleitet, um die Kerneigenschaften eines Digital-Euro festzulegen. Im Oktober 2023 soll dann die Entscheidung fallen, ob ein digitaler Euro eingeführt werden soll. Bis er verfügbar ist, dürften dann noch einmal rund drei Jahre vergehen.

Nach Einschätzung von Balz wird ein Digital-Euro - sofern die EZB dafür grünes Licht gegeben hat - nicht vor dem zweiten Halbjahr 2026 eingeführt. „Zweite Jahreshälfte 2026, möglicherweise ein Jahr später, aber jedenfalls nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2026“, sagte er.

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