Nicht nur gesund

Fahrradfahren als großartiger Wirtschaftsboost

Porträt von Bergkrone
Von Bergkrone

Radfahren fördert die Gesundheit und schont als klimafreundliche Mobilitätsform die Umwelt. Das Klimaschutzministerium hat eine aktuelle Studie in Auftrag gegeben, die erstmals den volkswirtschaftlichen Effekt des Fahrrads entlang der Wertschöpfungskette analysiert. Das Ergebnis: Die Bedeutung der Radwirtschaft in Österreich wird deutlich unterschätzt. Österreichs Radwirtschaft erzielte 2019 Wertschöpfungseffekte in Höhe von 2,9 Milliarden Euro und ist damit so groß wie die Telekommunikationsbranche. 46.000 Jobs sind österreichweit mit der Radwirtschaft verbunden.

„Radfahren ist gefragter denn je und das ist gut so. Bereits mehr als 2,7 Millionen Österreicherinnen und Österreicher sind täglich oder mehrmals pro Woche mit dem Fahrrad unterwegs. Das sorgt auch für eine boomende Radwirtschaft. Denn Radfahren ist klimafreundlich, gesund, energieeffizient und stärkt unsere Wirtschaft. Mit jedem in der Radwirtschaft erwirtschafteten Euro werden weitere 64 Cent Wertschöpfung in anderen Bereichen - im Tourismus, der Gastronomie oder dem Einzelhandel - ausgelöst. Mit unserem Rekordbudget für aktive Mobilität von 60 Millionen Euro sorgen wir weiter für einen Umbau des Verkehrssystems und Ausbau der Radinfrastruktur. So erleichtern wir den Umstieg auf klimafreundliche Verkehrsmittel, die auch für unseren Wirtschaftsstandort immer wichtiger werden“, sagt Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

2019 betrug die direkte Bruttowertschöpfung des Fahrrads 1.762,6 Millionen (rund 1,8 Milliarden) Euro. Damit wird in der Radwirtschaft mehr Wertschöpfung als im Straßenbau generiert bzw. das Doppelte dessen, was im Sektor Forschung und Entwicklung erwirtschaftet wird. Unter Berücksichtigung der Vorleistungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette (indirekte Effekte in Höhe von 854 Mio. Euro) sowie der Einkommenseffekte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette (induzierte Effekte in Höhe von 278,2 Mio. Euro), erhöht sich der gesamtwirtschaftliche Wertschöpfungseffekt des Fahrrads in Österreich auf 2.895 Mio. Euro (rund 2,9 Mrd. Euro). Damit ist die Radwirtschaft in ihrer gesamtwirtschaftlichen Bedeutung so groß wie der Telekommunikationssektor.

Am stärksten profitieren die mit dem Radtourismus verbundenen Sektoren wie das Beherbergungswesen und die Gastronomie sowie der Einzelhandel und die Herstellung von Fahrrädern. Erst danach folgen die Dienstleistungen des Sports, die neben den Radvereinen auch den Profisport, den Betrieb von Anlagen oder die Durchführung von Radveranstaltungen umfassen.

Mit Blick auf die Österreichkarte profitieren Kärnten, Tirol sowie das Burgenland am stärksten von der Radwirtschaft.

Die Radwirtschaft ist überdurchschnittlich beschäftigungsintensiv - 30.107 Jobs können direkt dem Radsektor zugerechnet werden. Damit liegt der direkte Beschäftigungseffekt höher als die Einwohnerzahl von Bregenz. In absoluten Zahlen gemessen erreicht im Bundesländervergleich Tirol mit insgesamt 8.873 Beschäftigten den höchsten Wert, es folgen Kärnten (7.533), Salzburg (6.685) und Oberösterreich (5.797).

Radfahren boomt und lässt neue Berufsbilder entstehen 

Den Studienautoren zufolge entwickelt sich das Fahrrad immer mehr zum Verkehrs- und Transportmittel sowie zum ganzjährig genutzten Sportgerät. Das ist auch gerade im Hinblick auf den steigenden Radtourismus in Österreich ersichtlich. Hinzu kommt der ungebrochene Trend zum E-Bike, dessen Marktanteil bereits über 40 Prozent liegt. Zudem attestiert die Studie dem Fahrrad-Sektor eine zunehmende Professionalisierung. So gibt es seit August 2019 zwei neue Lehrberufe: „Fahrradmechatroniker“ und „Sportgerätefachkraft“.

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